41 Arten leben in den Tier-Freigeländen des Nationalparks

2020 wurden 62 Jungtiere geboren - Neuer Przewalski-Hengst für Ludwigsthal

28.4.2021


In den Tier-Freigeländen der Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein lebten zum Stichtag 31. Dezember 2020 201 Tiere aus 41 Arten. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 62 Jungtiere geboren, darunter zwölf Birkhühner, 16 Rebhühner, zwei Elche, 19 Wildschweine, drei Auerochsen, zwei Luchse sowie jeweils ein Wisent und ein Przewalski-Pferd. Das Licht der Welt erblickt haben auch drei Kälber des Roten Höhenviehs die allesamt in die Herdbuch-Zucht gegangen sind und damit zur Erhaltung dieser seltenen Nutztierrasse beitragen. Darüber hinaus wurden knapp 60 Fundtiere in der Auffangstation versorgt, von Amseln über Eichhörnchen, Fledermäuse, Siebenschläfer bis hin zu Schwarzspecht, Turmfalke und Uhu.


 

Ankunft des neuen Przewalski-Hengstes Simon in seinem neuen Refugium im Tier-Freigelände bei Ludwigsthal. | Foto: Reinhold Gaisbauer/Nationalpark Bayerischer Wald

 

Nicht im Tier-Freigelände geboren, aber nach Ludwigsthal neu hinzugekommen, ist der Przewalski-Hengst Simon aus Tennenlohe. Er löst den bisherigen Hengst Aytan ab, ein wichtiger Schritt für die genetische Vielfalt in der Erhaltungszucht.

Zwei Wisente hingegen mussten das Tier-Freigelände in Neuschönau verlassen. Sie konnten für ein WWF-Auswilderungsprojekt in Rumänien abgegeben werden. In den Karparten wird versucht, eine sich selbst erhaltende Population zu etablieren.

Eine Hauptrolle spielten im vergangenen Jahr die Wildschweine. Sie gehörten zu den Hauptdarstellern im Film „Königin Wildsau“ von Markus Schmidbauer und Paul Hien. Dabei entstanden auch einzigartige Aufnahmen von der Aufzucht der Jungtiere.

Auch eine Baumaßnahme ist im Tier-Freigelände Neuschönau derzeit am Laufen. Um über Kreuzottern aufzuklären und sie den Besuchern des Nationalparks näher zu bringen, wird im Tier-Freigelände bei Neuschönau in der Nähe der Waldwiese nahe der Wisent-Kanzel ein Gehege gebaut. Darin wird der Lebensraum der Reptilien nachgestellt. Das Gehege ist so konzipiert, dass die Kreuzottern die Möglichkeit haben, dort im Untergrund zu überwintern. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2021 geplant. Die Tiere, die im Gehege gezeigt werden, stammen von gefangenen, trächtigen Weibchen. Ihr Nachwuchs wird in menschlicher Obhut aufgezogen, die Elterntiere wieder in die Freiheit entlassen. Dadurch, dass die Mortalität der Jungtiere in der Freiheit sehr hoch ist, leistet der Nationalpark durch diese Aufzuchten zugleich einen Beitrag zur Erhaltung der Art.

Einzigartige Aufnahmen von der Wildschweinaufzucht entstanden bei dem Film von Paul Hien und Markus Schmidbauer.
Foto: Paul Hien


Der Artikel stammt aus dem Jahresbericht 2020 des Nationalparks Bayerischer Wald. Wer Interesse am kompletten Rückblick hat: Im Download-Bereich der Nationalpark-Homepage kann der Jahresbericht 2020 im PDF-Format heruntergeladen werden.

www.nationalpark-bayerischer-wald.de