Anima Animalis – Haben Tiere eine Seele?

Fotoausstellung von Tati Crönlein im Palais im Stadtpark eröffnet

DEGGENDORF | 29. NOVEMBER 2021

Haben Tiere eine Seele? Die Frage ist so alt wie unbeantwortet. Versteht man unter der Seele eine Art Psyche, ein Gesamt der Denk- und Gefühlsvorgänge, können wir dies Tieren nicht abstreiten. Sie handeln nach Plan, zeigen Gefühle und Verhaltensweisen, die nicht immer als instinkthaft bezeichnet werden können. In der westlichen temporären Kultur ist das Tier oft der Freund des Menschen, wir geben ihm einen Namen und empfinden unter Umständen sogar Liebe. Tiere sind unser organisches und mentales Gegenüber, unsere Gefährten in der Natur (was wäre diese ohne sie). Andererseits werden sie von uns als „Dinghaftes“ oder als eine „Sache“ produziert, gehalten und sogar verspeist. Es ist nicht zu leugnen, dass in unserer Gesellschaft ein gespaltenes Verhältnis zu Tieren besteht. Können wir Tieren gerecht werden, wenn wir Ihnen eine Seele zusprechen? Oder sollten wir es aus Bequemlichkeit lassen? Sollten wir überhaupt über diese Frage nachdenken? Oder ist sie blasphemisch, unsinnig oder rein akademisch?

Image
TATI CRÖNLEIN | GEIER
Image
TATI CRÖNLEIN MIT IHRER NIKON

In der neuen Kabinettausstellung im Palais im Stadtpark werden Tiere in den außerordentlichen Fotografien von Tati Crönlein so dargestellt, als ob sie eine Seele hätten. In den Bildern scheinen sie eine Beziehung mit dem Betrachter eingehen zu wollen. Sie zeigen sich in ihrer Schönheit und mit Würde. Die Ausstellung zeigt Tierportraits, angelehnt an alte Renaissancebilder. Die Renaissance war nicht nur eine Revolution in der Kunst, sondern kann auch als Geburtsstunde der „Vernunft“ gesehen werden. Interessanterweise wurden die Vernunft ebenso wie eine Seele den Tieren seinerzeit abgesprochen.

PALAIS IM STADTPARK | GEORG-HABERL-SAAL

Am Stadtpark 22 | Eingang café arte | 94469 Deggendorf

BIS 20. JANUAR 2022

MO – FR | 16 – 18 UHR

ONLINE:

www.klinik-angermuehle.de