Back to the Roots

Der Blog von Gerd Jakobi

Die Karl-Valentin-Weisheit, dass Kunst schön sei aber viel Arbeit mache, lässt sich im Fall der Europäischen Wochen wohl dahingehend ergänzen, dass sie auch Risiken birgt. Leider war den Verantwortlichen im Vorstand der EW, und zwar allen, diese Tatsache wohl nicht wirklich bewusst. Ein Verein mit einem Millionenbudget ist keine kleine Klitsche, sondern ein mittelständischer Betrieb mit allen Chancen aber auch allen Risiken. Und die großen Schuhe, die ein Pankraz Freiherr von Freyberg in Sachen Sponsorenakquise hinterlassen hat, sind eben nicht einfach so auszufüllen. Der Freiherr war schließlich berühmt für seine Hartnäckigkeit.

Was seinem Nachfolger Baumgardt schon schwer zu schaffen machte, über dessen Abgang immer noch gerätselt werden darf, scheint nun auch dem Hoffnungsträger Thomas Bauer zum Verhängnis zu werden: das liebe Geld. Dabei hatte doch alles so verheißungsvoll begonnen. Es wurden strukturelle Veränderungen vorgenommen und auch beim Konzept war man sich über die Richtung scheinbar einig. Allein die fehlenden Mittel zur Gründung einer gemeinnützigen GmbH bringen nun das Schiff zum Schwanken, oder gar zum Kentern? Leider reicht die Liebe der Vereinsmitglieder zum kulturellen Zweck wohl nicht soweit, dass der eine oder andere betuchtere Förderer für das nötige Stammkapital sorgt und so die Kuh vom Eis bringt. Auf gut bayrisch: No risk no fun! Eine Professionalisierung der Geschäftsform tut dem Ganzen sicher keinen Abbruch.

Ein Fehler ist es aber sicher auch gewesen, sich vom Ziel eines eigenen Festspielhauses zu verabschieden! Die Lösung mit der Universität scheint ja trotz Mittelzusicherung aus München weiter entfernt denn je zu sein. Von der Idee einer kulturellen Mitte haben sich wohl alle in Passau sang- und klanglos verabschiedet! Wie wäre es also mit einem Neustart durch Rückbesinnung. Back to the Roots. Für den Fürstenbau in Hacklberg gibt es ein fertiges Konzept und mit der neuen Schiffanlegestelle auch eine neue, attraktive Anbindung. Vielleicht wäre ein solches Ziel auch für die Betreibergesellschaft Europäische Wochen GmbH ein praktikables Geschäftsmodell und Motivation für die kapitalgebenden Mitglieder, bei dem dann vielleicht auch die öffentliche Hand ein Gesellschafter werden könnte.