Bayerische Landesausstellung 2021 | „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“

Vom 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022 im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg

7.5.2021


Das Haus der Bayerischen Geschichte veranstaltet in seinem Museum am Donaumarkt in Regensburg zusammen mit der Stadt Regensburg vom 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022 die Bayerische Landesausstellung 2021 „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“. Inhaltlich und zeitlich schließt die Landesausstellung an die erfolgreiche Schau „Götterdämmerung: König Ludwig II.“ aus dem Jahr 2011 an. Damals war Herrenchiemsee der Ausstellungsort, jetzt wird
die Welterbestadt Regensburg Gastgeber sein.


 

Dr. Peter Wolf, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte (li.), Dr. Margot Hamm, Projektleiterin (HdBG) und Regensburgs Kulturreferent Wolfgang Dersch beim Rundgang durch den Donausaal.
© Fotoweitblick

 

Einen ersten Blick hinter die Kulissen gaben bereits heute Dr. Peter Wolf, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte (li.), Dr. Margot Hamm, Projektleiterin (HdBG) und Regensburgs Kulturreferent Wolfgang Dersch in einer Pressekonferenz. „Das Thema der Ausstellung ist hochaktuell“, so Wolf bei seinen einführenden Worten, „Die Welt verändert sich rasant. Beim Blick in die Zukunft schwankt man zwischen strahlender Zuversicht und düsteren Szenarien“. Dr. Margit Hamm führte durch die einzelnen Abteilungen, die bereits erste Formen annehmen und Kulturreferent Wolfgang Dersch gab einen Überblick über das Rahmenprogramm, das die Stadt Regensburg zur Ausstellung anbietet. Auf der extra eingerichteten Landingpage www.regensburg.de/landesausstellung2021 können sich die Gäste tagesaktuell über die verschiedenen Veranstaltungen informieren.

Schicksal, Lebensgefühl und Krise

Die Ausstellung zeigt die Lebenswege der letzten Monarchen vor der Revolution 1918. Kaiserin Elisabeth von Österreich, der bayerische König Ludwig III., Kaiser Wilhelm II. und das russische Zarenpaar – sie alle kämpften um ihren Platz in einer sich rasant verändernden Welt. Am Ende entschieden Weltkrieg und Revolution über ihr Schicksal.

Regieren, repräsentieren, resignieren?

In acht Abteilungen präsentiert die Landesausstellung edle, aber auch ungewöhnliche Schaustücke, die von Gegensätzen und Umbrüchen jener Zeit um 1900 berichten. Die britische Monarchin Queen Victoria etwa schenkte ihrem Sohn Alfred einen prächtigen goldenen Admiralsstab, der vielleicht auch als Trostpflaster diente, weil er seine Karriere bei der britischen Marine zugunsten des Herzoghauses Sachsen-Coburg und Gotha aufgeben musste. Sozusagen ein Stich ins Herz der Monarchie wurde 1898 in Genf verübt. Das Opfer war Kaiserin Elisabeth. Eine unscheinbare Feile war die Tatwaffe, die wir in der Ausstellung zeigen können. Und auch wenn die Frauen selbstbewusster wurden, so schlug doch Prinzessin Therese, Tochter des bayerischen Prinzregenten Luitpold, als Naturwissenschaftlerin und Forscherin einen absolut ungewöhnlichen Lebensweg ein. Von ihrer zweiten Südamerikareise 1898 brachte sie unter anderem ein lebendiges Gürteltier mit. Dieses ungewöhnliche Haustier reist sorgfältig präpariert aus der Zoologischen Staatssammlung zur Landesausstellung nach Regensburg.

Diese und viele weitere Objekte lassen die Besucherinnen und Besucher einen Blick in die Lebenswelt des Hochadels um 1900 werfen. Am Ende des Ersten Weltkriegs war die Monarchie aus der Zeit gefallen. Die Monarchen verschwinden von der Bildfläche. Noch ein letztes Mal trat die Monarchie in Bayern beim Begräbnis des letzten Königs Ludwig III. und seiner Frau aus dem Schatten. Durch eine neuartige Toninstallation können sich Besucherinnen und Besucher in den symbolstarken Akt hineinversetzen: Fin de siècle, Ende eines Zeitalters.

Regensburg und die Donau

Die Donau verbindet zwei Monarchien, die in unserer Geschichte eine große Rolle spielen: Bayern und Österreich-Ungarn. Kaiserin Elisabeth aus dem Haus der Herzöge in Bayern fährt auf der Donau zur Hochzeit nach Wien. Später wird ihre Schwester Helene (1835-1890) ins Haus Thurn und Taxis in Regensburg einheiraten und dort nach dem Tod ihres Mannes (1867) die Geschäfte erfolgreich führen. Zwei typische Frauenschicksale für die Zeit. Die Bayerische Landesausstellung wird von 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022 im Museum in Regensburg präsentiert. Zusätzlich gibt es mit Schloss Thurn und Taxis einen originalen Schauplatz der Zeit zu besichtigen.

Die Bayerische Landesausstellung nimmt Fahrt auf: Der Doppel-Phaeton von Benz ist da!

Zur Bayerischen Landesausstellung 2021 ist ein herausragendes Exponat in Regensburg bereits angekommen: Es handelt sich um ein Automobil, das mit seinen gut 100 Jahren immer noch schick und beeindruckend wirkt. Der „Benz 8/20 Doppel-Phaeton“ wird in der Bayerischen Landesausstellung in der Abteilung „Neue Zeiten“ von einer Welt im Wandel berichten. Diesen Wandel hat das Auto selbst mit eingeläutet.

Immer weiter, immer schneller

Dampfmaschinen auf Rädern, die erste Eisenbahn: Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Mobilität des Menschen rasant. Größere Distanzen wurden überwunden, und das in einem bis dahin nicht gekannten Tempo. Mit dem Fahrrad und seiner „einfachen“ Technik kam ein Verkehrsmittel für die individuelle Fortbewegung auf den Markt. Die Wahrnehmung von Raum und Zeit veränderte sich. 1885/86 entwickelte Carl Benz schließlich das erste Automobil: Er baute einen Verbrennungsmotor – den Rudolf Otto 1874 erfunden hatte – in eine lenkfähige Speichenradkutsche. Der Patent Motor-Wagen Nr. 1 schaffte mit diesem Antrieb und 0,75 PS eine Geschwindigkeit von 16 km/h. Der Doppel-Phaeton in der diesjährigen Landesausstellung konnte diese Geschwindigkeit mehr als verdoppeln: Drei Jahrzehnte später kommt der Benz 8/20 schon auf rund 60 km/h Höchstleistung.

Holz, Leder und Stroh

Der Namensgeber für das Kraftfahrzeug stammt aus der griechischen Mythologie: Phaeton ist der Sohn des Sonnengottes Helios. Und doch hatte das Gefährt – wie viele Automobile um 1900 – noch so manche Schwachstelle: so hielten beispielshalber die Reifen in der Regel keine 100 Kilometer, dann mussten sie geflickt werden. Für uns heute kaum noch vorstellbar waren die Luftreifen mit Holzspeichen ausgestattet auch war die Innenverkleidung aus mit Stroh gefülltem Leder.

Ein Auto für den Kaiser

Das Automobil, das individuelle Fortbewegung in hoher Geschwindigkeit und über große Distanzen ermöglichte, war ohne Zweifel eine Erfindung, die die Gesellschaft veränderte und das 20. Jahrhundert prägte. Zu Beginn waren solche „Wunderdinge“ jedoch nur für eine reiche Oberschicht bezahlbar. Der Doppel-Phaeton von Benz wurde zwischen 1912 und 1921 gebaut. Günstig war der „Flitzer“ mit zwei Doppelsitzreihen damals nicht: für unser blattgefedertes und mit Luftreifen ausgestattetes Modell, den Roadster, mussten 10.200 Mark aufgebracht werden. Viele Fürsten und Monarchen hatten bald neben Kutschen Automobile in ihren Remisen stehen. So wuchs der Fuhrpark der Thurn und Taxis ab 1902 kontinuierlich. Auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. hatte neben mehreren Kutschen einen Mercedes in seinem Fuhrpark.


Bayerische Landesausstellung 2021

„Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“

Haus der Bayerischen Geschichte | Museum, Donaumarkt 1, 93047 Regensburg

23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022

Eintrittspreise:

Erwachsene: 12,00 € (Der Besuch der Dauerausstellung ist am selben Tag inbegriffen).

Ermäßigt: 10,00 € (z. B. Senioren, Schwerbehinderte, Gruppen ab 15 Personen) Eintritt frei: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Schüler im Klassenverband und Studierende bis 30 Jahre, sowie Mitglieder des Freundeskreises Haus der Bayerischen Geschichte

www.hdbg.de