Boriana Pertchinska

„Meine Bilder sind keine Illustrationen. Sie sollen in die Tiefe gehen“


Gemalt hat Boriana Pertchinska bereits als Kind. Ihr Talent ermöglichte ihr den Besuch des Gymnasiums für Bildende Kunst „Ilia Petrov“ in Sofia.
Technisch orientieren sich die Arbeiten der Künstlerin an der so genannten Schichtenlasurmalerei der „alten Meister“. „Ich experimentiere gerne auf der Basis dieser alten Techniken“, sagt sie. Voraussetzung dafür ist allerdings ein profundes Basiswissen.
Diese Technik interpretiert die Künstlerin mit einer ganz eigenen Handschrift. Insbesondere hat Boriana Pertichnska eine spezielle Technik für den Bildhintergrund entwickelt. Sie selbst bezeichnet das als „symbolische Patina“, die so wirkt als hätte die Zeit ihren Stempel aufgedrückt. Genau wie die „alten Meister“ arbeitet die Künstlerin auf Holz, fertigt die Grundierung mit Leinöl und arbeitet mit Pigmenten, teilweise aber auch mit Tempera, manchmal mit Acryl.

Die Formensprache in ihren Arbeiten ist bewusst einfach gehalten. Als Inspirationsquelle dienen der Künstlerin vornehmlich Strukturen und Formen, die in der Natur vorkommen. Diese wiederum überträgt sie in eine andere, eher untypische Form.

Die Arbeiten von Boriana Pertchinska bewegen sich zwischen Abstraktion und konkreter Form. In einigen ihrer Arbeiten lassen sich Figuren bzw. Körper oder Torsi erkennen. Die Künstlerin bevorzugt klassische Themen, denen sie allerdings mit neuem Blick begegnet und sie entsprechend bearbeitet. Die Bilder von Boriana Pertchinska gehen in die Tiefe und sollen keine bloßen Illustrationen sein, keine Geschichten erzählen. Einen gewissen Einfluss auf ihre Arbeiten übt die Wandmalerei aus, jene Sparte der Bildenden Kunst, die sie an der Kunstakademie in Sofia studierte. Umgekehrt werden jedoch auch ihre Wandmalereien immer wieder beeinflusst. Charakteristisch für die Arbeiten von Pertchinska ist das abschließende Polieren, gegebenenfalls auch Lackieren der Arbeiten, so dass eine völlig glatte, glänzende Oberfläche entsteht.

Zu ihren Arbeiten fertigt sie meist Skizzen. Im Kopf hat sie die Form, ansonsten entsteht die Arbeit im Prozess.
Die Malerin arbeitet in den verschiedensten Formaten. „Mein Gefühl ist eher monumental, auch in meinen Bildern“, sagt die Künstlerin, die, obwohl großformatige Wandmalereien ihre Arbeit mitbestimmen, einen Miniaturwettbewerb in Kanada gewann.


Boriana Pertchinska

Geb.: 1974 – Sofia, Bulgarien.

1993-1999
– National Akademie für Bildende Kunst, Abt.Wandmalerei, Magister – Sofia, Bulgarien

1980/82 Haus der Kulturen, Vidin,
86/92 Bulgarien
1994 Galerie für Öffentliche Kunst der Stadt Vidin, Bulgarien
1996 Rumänische Botschaft – Sofia, Bulgarien
1997 Galerie “Vitosha” – Sofia, Bulgarien
1999 Galerie “Ohne Grenzen” – Saint-Louise, Frankreich
2003 Galerie “Raiko Alexiew” – Sofia, Bulgarien,org.v.der Union der Bulgarischen Künstler
2011 Kultur Modell – Passau

Preise – Auszeichnungen – Stipendien

1992 1.Preis für Malerei “13.Jh. Stiftung Bulgarien”
2.Preis für Malerei beim Nationalen Wettbewerb “EU ohne Grenzen”, org.v.NTV-Bulg. und Rai – TV Italien
2000 Auszeichnung “Junge Bulgarische Künstler”
2001 Auszeichn. “Materielle & Geistige Kultur – die Identität in unserer Europäischen Union”,
durch den bulgar. Ministerrat
2002 Gewinn des Wettbewerbs der UBA zur Teilnahme an der Internat. Ausstell.”100 Gesichter” mit dem Werk “Acquaintance”, gedruckt als UNESCO – IAA Kunst-Postkarte Heidelberg,
2009 Spezial Preis bei “Internationale d’Art Miniature” Bienale – Levis, Quebec, Kanada

Im INNSIDE erschienen im November ’11