Der Tourismus in Südböhmen vor dem Neustart

Der Rückgang der Besucherzahlen hat drastische Folgen

5.6.2020


Der Rückgang der Besucherzahlen in Südböhmen infolge der diesjährigen Coronavirus-Pandemie hat drastische Folgen auf den dortigen Tourismus-Sektor. Die geschlossenen Grenzen zu Deutschland und Österreich stellen eine massive Gefährdung für viele Arbeitsplätze und eine Bedrohung für den Wirtschaftszweig dar.


Deutsche Touristen waren im vorigen Jahr, nach Besuchern aus China, die zweitgrößte Gruppe ausländischer Gäste Südböhmens, vor Touristen aus Taiwan, Südkorea und Österreich. Im Unterschied zu den Besuchern aus Asien verbrachten die deutschen Reisenden in der Südböhmischen Region viel mehr Nächte.

Im ersten Quartal dieses Jahres übernachteten 168.440 Touristen in Südböhmen, davon fast 55.000 Gäste aus dem Ausland. Im Laufe des Jahres ging die Anzahl der Touristen um 40 Prozent zurück. Laut den vom Tschechischen Statistikamt veröffentlichen Zahlen ist dies der stärkste Rückgang in ganz Tschechien. Die negative Entwicklung der Besucheranzahl hängt mit der derzeitigen Coronavirus-Pandemie zusammen.



AUSWIRKUNGEN DES CORONAVIRUS AUF DIE SÜDBÖHMISCHE REGION SIND GRUNDSÄTZLICHER NATUR

Die Südböhmische Region war langfristig eine der meistbesuchten Destinationen in der Tschechischen Republik (Platz 3). Gegenwärtig ist sie auf dem siebten Platz. Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Tourismus in der Region sind dem Direktor der Südböhmischen Tourismuszentrale, Jaromír Polášek zufolge grundsätzlicher Natur. Es wird befürchtet, dass im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie bis zu 4.200 Arbeitsplätze verschwinden werden. „Diese Zahl ergibt sich aus einer Studie, die wir beauftragt haben“, so Polášek. „In Südböhmen umfasst der touristische Sektor 17.800 Arbeitsplätze, wobei bis zu ein Fünftel davon der Studie nach verschwinden wird.“

SCHRITTE ZURÜCK ZUR NORMALITÄT

Zu einer Verbesserung der Lage wird erst die vollständige Öffnung der Staatsgrenze beitragen. Die Umgebung des Lipno-Stausees und der südwestliche Teil des Böhmerwalds zum Beispiel werden überwiegend von Ausländern, vor allem aus den Nachbarländern, besucht. So bilden gerade Touristen aus Deutschland und Österreich einen wesentlichen Teil der Umsatzerlöse der böhmischen Dienstleister. Einige Orte sind sogar vollständig von Touristen abhängig.
Der Staat lockert auch im Süden Böhmens einige Maßnahmen. Langsam werden Hotels, Gaststätten, Pensionen, Burgen und Schlösser wiedereröffnet. Ein stufenweiser Anlauf für den Wassersport auf der Moldau und den Betrieb von Kanuverleihen zeugen von den ersten Schritten zurück zur Normalität. Auch der beliebte Baumwipfelpfad und das Königsreich des Waldes in Lipno

nad Vltavou öffneten ihre Pforten bereits für Besucher.
Die Bewohner Südböhmens laden ihre Nachbarn zu gutem Essen, Trinken und Ausflügen ein!

Text Stanislava Wróblová