Die Angerer fordern : Lkw-Durchfahrtsverbot jetzt einklagen !

Offener Brief an OB Jürgen Dupper


Die problemlose Umleitung des Schwerlastverkehrs (wegen des B12-Ausbaus in Salzweg) aus Richtung Hutthurm über den Autobahnzubringer Hutthurm-Neukirchen v. W. bestärkt ,,Die Angerer” in ihrer Forderung nach einem
Lkw-Durchfahrtsverbot! Deshalb appellieren sie in einem zweiseitigen Schreiben an Oberbürgermeister
Jürgen Dupper, dieses Verbot nun einzuklagen.


Das zuständige Verkehrsministerium hatte zweimal, 2015 und 2019, dieses Verbot kategorisch abgelehnt.
,,Beide Male mit skandalösen Begründungen, die schließlich darin gipfelten, dass dem Schwerlastverkehr eine Umleitung über den Autobahnzubringer nicht
zuzumuten sei. Dies ist nun eindeutig widerlegt. Und mit einem für die ganze Stadt wichtigen Ergebnis: Seit Beginn der Umleitung am 19. August gab es am
Anger nach unserer Erfahrung keine nennenswerten Unfälle mehr, die in der gesamten Stadt zu Verkehrsinfarkten geftührt hätten,” sagt Angerer-Sprecher Max Moosbauer.

Der offene Brief der Angerer an den Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper im Wortlaut:

Passau, den 10. September 2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

es war in den Sommermonaten letzten Jahres, als mehrere schwere Lkw-Unfälle das Fass zum Überlaufen brachten: ,,Es reicht!”, hatten Sie mit ,Blick auf die dann stundenlangen Staus in der Stadt gesagt und an die damalige Verkehrsministerin Aigner einen deutlichen Brief geschrieben. Das Ergebnis * eine skandalöse Ablehnung des Lkw-Durchfahrtsverbots und nach wie vor zahlreiche Lkw-Unfälle und Nerv tötende Staus in der Stadt. Wir Angerer hatten bereits 2015 mit einer breiten Stadtratsmehrheit dieses Verbot gefordert und waren ebenso skandalös abgebügelt worden.
Die Bilanz im Ringen um das Lkw-Durchfahrtsverbot also – ernüchternd und enttäuschend! Fakt ist, der Anger ist neben vier weiteren Bereichen in der Stadt einer mit den häufigsten Unfällen. Hauptsächliche Unfallverursacher: Lkw bei
Spurwechsel. Und – der Lkw-Verkehr hat am Anger nicht abgenommen, sondern ist im Gegenteil offenbar noch einmal stark angestiegen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls der Verkehrsclub Deutschland (VCD), dessen jüngsten
Verkehrsmessungen am Anger zufolge ,,…sehr lange Fahrzeuge (Lkw-Gespanne, Busse) mit 518 Fahrzeugen pro Tag gegenüber 311 Fahrzeugen deutlich um zwei Drittel zugenommen haben… ” Dies ist eine dramatische Steigerung! Da es keine vergleichbaren Zahlen/Messungen gibt, haben wir keinen Zweifel an deren Seriosität.
Eines der Hauptargumente für die Ablehnung des Lkw-Durchfahrtsverbots ist eine angeblich fehlende, bzw. nicht zumutbare Alternative. Dies ist durch die Wirklichkeit inzwischen widerlegt: Seit 19. August wird der Lkw-Verkehr über 7,5 Tonnen, aus Richtung Hutthurm kommend, problemlos über den Autobahnzubringer Hutthurm-Neukirchen v. W.
umgeleitet. Eine Umleitung, die wir seit Jahren vergebens fordern. Und – seit diesem Tag ist der Anger nach unserer Erfahrung unfallfrei! Das bedeutet auch für die Stadt, eine Hauptursache für zu Verkehrsinfarkten führende
Staus fällt weg.

Zu guter Letzt, der spürbare Lkw-Rückgang, abgesehen von dem Schwerlastverkehr der B388, hat auch eine ebensolche spürbare Lärmverminderung zur Folge.

Ihr Stellvertreter im Bürgermeisteramt, Herr Urban Mangold, hatte schon einmal vorgeschlagen: …falls es nicht gelingt, den Widerstand der Staatsbeamten gegen eine Umleitung des LKW-Verkehrs auszuhebeln, müsse die Stadt den Mut haben, den Klageweg zu beschreiten.”

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir appellieren eindringlich an Sie: Klagen Sie das Lkw-Durchfahrtsverbot ein!
Denn, um es launig zu formulieren, wenn der Anger hustet, hat die Stadt Schnupfen! Damit wollen wir deutlich machen – es geht eben nicht nur um die Menschen am Anger, die dem Lkw-Terror hilflos ausgesetzt sind, es geht um
zehntausende Bürger der Stadt, die immer wieder stundenlang in Monster-Staus ausharren müssen und damit der durch Schadstoff verpesteten Luft noch mehr ausgesetzt sind. Ein Durchfahrtsverbot, das im Übrigen auch für die Stadtteile Grubweg und Ilzstadt enorme Erleichterung und positive gesundheitliche Auswirkungen haben wird.

Noch eine Bemerkung zum Dialogforum, von dem Sie sich die wesentliche Lösung dieser Probleme erwarten. Auch wir Angerer hatten unsere Hoffnungen in das Dialogforum gesetzt, um wenigstens den Prozess eines Durchfahrtsverbots zu
beschleunigen. Diese Hoffnungen haben sich als trügerisch erwiesen. Dieses Gremium ist dafür völlig ungeeignet – das an den Tag gelegte Arbeitstempo und seine Inhalte haben uns gänzlich desillusioniert.

Wir Angerer sind nun nach all den Jahren geduldigen Wartens auf eine sich abzeichnende Lösung überzeugt, weder die Regierung von Niederbayern, noch das zuständige Verkehrsministerium sind ernsthaft bereit, eine Lösung im Sinne
eines Lkw-Durchfahrtverbots auch nur zu erwägen. Deshalb ist jetzt die Stunde des Rechtsweges gekommen. Bitte beschreiten Sie ihn – Sie finden da nicht nur die Bürger am Anger an Ihrer Seite!

Wir erwarten sehr gerne Ihre Nachricht
mit besten Grüßen
Max Moosbauer, für ,,Die Angerer”