Doris Miedl-Pisecky, Oswald Miedl und Christian Schafflhuber

zeigen Malerei, Graphik und Skulptur ab 22. Juni im Passauer Kunstverein

Die Leidenschaft für Fels und Stein – und Licht verbindet die drei Künstler. Werkgewordenes Licht bringen Doris Miedl-Pisecky, Oswald Miedl und Christian Schafflhuber in die Ausstellung ein. Differenziertes Licht auf die Werke bietet der Kunstverein in der Sankt Anna-Kapelle und im Kreuzgang.

Viele Jahre hat Oswald Miedl (* 1940 in Ried in der Riedmark, jetzt Linz und Bad Aussee, Absolvent der Akademie der bildenden Künste und Universität Wien, 1964 Mag. art., 1965 Diplom Akad. Maler) dem Kunstverein Passau als Beirat gedient, an der Universität Passau hat er junge Menschen an das Schaffen und die Vermittlung künstlerischen Tuns herangeführt. Als Zeichner stehe ich der gewaltigen Macht der Schöpfung nur mit der Ohnmacht der bescheidenen Linie auf dem weißen Blatt gegenüber. Und dennoch soll alles Fragmentarische (in Erkennen und Gestalten) ein machtvolles Ganzes erahnen lassen. Seit etwa 1972 arbeitet Miedl ausschließlich als Zeichner (Kreide) mit den Farben Schwarz und Weiß, seit 1987 macht er vielbeachtete Lithographien. Sein Werk wird international ausgestellt und öffentlich und privat gesammelt.

Doris Miedl-Pisecky (*1948 in Linz, jetzt Linz und Bad Aussee, Absolventin der Kunstschule der Stadt Linz) war Jahrzehnte in der Lehrerbildung an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz als Kunsterzieherin tätig. Anregung für meine Malerei sind tektonisch gefügte Landschaftsräume mit Schichtungen und Verwerfungen. Mich beschäftigt der ungeheure Zeitraum, in dem die Erdkruste entstand, aber auch deren allmähliche Veränderung durch Wind, Wasser, Hitze und Kälte. Oft zeigen die Landschaften auch vom Menschen verursachte Eingriffe, Aufbrüche, Verwundungen und Einschnitte als hell und offen liegende Flächen. Farbfreude und -raffinesse, verbunden mit haptischer und räumlicher Strategie machen ihre bevorzugt quadratischen Gemälde zu begehrten Sammlungs- und Ausstattungsstücken.

Kunstverein Passau
St. Anna-Kapelle
Heilig-Geist-Gasse 4 Passau
DI-SO 13-18 Uhr
22. Juni – 22. Juli

Christian Schafflhuber (geb. 1971 in Osterhofen, Steinmetzausbildung in Regensburg, Restauratorentätigkeit in Regensburg und Berlin, seit 2005 tätig als freier Bildhauer, seit 2008 in Tittling) stellt erstmals in den Räumen des Kunstvereins aus. Seine Skulpturen scheinen zunächst allein der Form und dem dargestellten Ding verpflichtet. Dem aufmerksamen Blick eröffnet sich das eingebettete Angebot zur Assoziation. In jedem Werk Schafflhubers steckt ein Nebengedanke, der sich dem Neugierigen und Wissenden offenbart. Kann denn eine Erdnuss politisch sein? Durchaus, wenn man bedenkt, dass der Stoff, aus dem dieses Ding gefertigt ist, Adolf Hitlers Lieblingsstein war (Albert Speer hat ihn viel verwendet, Berlin Tempelhof u.a.). Es ist auch gut zu wissen, wie nah Armut und Reichtum auf dem Erdnussmarkt beisammen liegen. Und ist nicht die Erdnuss das eigentliche Wappentier des deutschen Bürgers? Zunächst aber ist und bleibt die Skulptur Körper im Raum, mit Masse und Haut, Spuren des Werkzeugs und Lichtspiel.