Ernst Zahnweh

„Alles was ich sehe, gerät mir zum Bild. Ich suche nicht, ich finde“


Seit beinahe 35 Jahren ist Ernst Zahnweh nunmehr künstlerisch tätig. Allerdings entschied sich der Autodidakt für einen konventionellen, sicheren Broterwerb. Das ermögliche ihm die große Freiheit, Kunst nach seiner Auffassung zu betreiben, so der Künstler.

Mehr als zwanzig Jahre setzte sich Zahnweh in erster Linie intensiv mit der Malerei auseinander. Seit einigen Jahren gilt sein Hauptinteresse Objekten und Installationen. „Bevor ich Künstler wurde, war ich bereits Sammler“, so Zahnweh. Die Verbindung zwischen Sammeln und Kunst ist für den Dingolfinger eine spannende Herausforderung. Neben afrikanischen Manillen verarbeitet der Künstler unter anderem auch Katzenhaare, Metallfedern, Antivibrationsblöcke für Motoren, Scheiben oder Steine zu mehr oder weniger tragbaren Objekten.

In der Präsentation seiner Objekte lässt es der Künstler völlig offen, was bearbeitetes oder unbearbeitetes Fundstück ist. Manchen seiner Fundstücke wohnt bereits eine besondere Ästhetik inne, ohne dass sie verfremdet oder bearbeitet werden müssten.

Die eigentliche künstlerische Leistung ist die bildnerische Nutzung der Objekte. „Alles was ich sehe, gerät mir zum Bild“, sagt Ernst Zahnweh. Bei seiner Malerei musste der Künstler immer eine Geschichte oder Thematik finden oder festlegen. Seine Fundstücke haben jedes für sich eine eigene Geschichte zu erzählen, die jedoch nur der Künstler selbst kennt, ohne sie dem Betrachter preis zu geben. Der Betrachter ist sozusagen ganz auf seine eigenen Sichtweisen angewiesen. Der Künstler lässt dem Betrachter dafür viel Raum, seine Phantasie spielen zu lassen und eigene Interpretationen zu finden.
Neben tragbarem und untragbarem zeigt Zahnweh eine Reihe von Biskuitpuppen als Rohkörper, die aus einer Thüringer Manufaktur stammen. Seine Objekte präsentiert Zahnweh unter anderem in kleinen Kästen. So entsteht ein dreidimensionales Wandbild. Ein weiterer Aspekt seiner Arbeit ist das Spielen mit der Raumsituation. Man muss sich auf den Raum einlassen.


Ernst Zahnweh

Vita
geb. 1960 in München
Studium der Betriebswirtschaft
künstlerisch tätig als Autodidakt seit 1977 lebt und arbeitet in Dingolfing/Niederbayern

2010 Kulturpreis des Landkreises Dingolfing-Landau

Ausstellungen (Auswahl)
Produzentengalerie Passau
“Jazz an der Donau”
Galerie im Kurpark Garmisch-Partenkirchen “WANK”
New York/USA “Art Expo”,
Museum Herzogsburg Dingolfing “Bilder und Graphiken“

Im INNSIDE erschienen
im Mai’12