Europaregion Donau-Moldau feiert 10-jähriges Bestehen

Ausblick auf Vorsitz Niederbayerns im Jahr 2023: vor allem die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation ist entscheidend

ST. PÖLTEN | 25. NOVEMBER 2022

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Europaregion Donau-Moldau (EDM) wurde unter dem Titel „Invest in Regional Cooperation“ über die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit der sieben EDM-Regionen im Herzen Europas diskutiert.

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Das Präsidium der Europaregion Donau-Moldau (EDM): (v.l.n.r.) Heinrich May, (in Vertretung, Oberpfalz);  stv. Kreishauptmann František Talíř (Südböhmen); Landesrat Markus Achleitner (Oberösterreich); stv. Kreishauptfrau Hana Hajnová (Vysočina); Landesrat Martin Eichtinger (Niederösterreich); Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Niederbayern);  Kreisrat Libor Picka (Pilsen) | Foto: EDM

Da Niederösterreich im Jubiläumsjahr 2022 den Vorsitz in der EDM innehat, kamen auf Einladung von Präsidiumsmitglied Landesrat Martin Eichtinger Vertreterinnen und Vertreter der Regionen, unter ihnen Landesrat Markus Achleitner (Oberösterreich), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Niederbayern, DE) Kreisrat Libor Picka (Pilsen, CZ), Stv. Kreishauptfrau Hana Hajnová (Vysočina, CZ) und Stv. Kreishauptmann František Talíř (Südböhmen, CZ) in das NÖ Landhaus nach St. Pölten.

Im Vorfeld der Salonveranstaltung fand die Präsidiumssitzung der EDM statt, in der die Arbeitsschwerpunkte für das kommende Jahr definiert und der Vorsitz an die Region Niederbayern übergeben wurden. Niederbayern wird einen ihrer Themenschwerpunkte auf die Bayrische Landesgartenschau in Freyung 2023 legen, an der auch Niederösterreich mit Natur im Garten vertreten sein wird. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich über den bevorstehenden Vorsitz Niederbayerns: „Die Zukunft Europas liegt in meinen Augen besonders in der vertrauensvollen Kooperation zwischen Nachbarregionen. Gemeinsam können wir Herausforderungen meistern, die uns im Grenzraum alle betreffen. In diesem Geiste wird in der EDM seit zehn Jahren zusammengearbeitet – eine Dekade ehrlichen Miteinanders. Besonders wichtig für uns ist auch die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, ebenso wie die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Industrie, die gerade bei diesem Thema auch eine zentrale Rolle spielt. Da möchten wir gerne mit unserem Vorsitz weitere Fortschritte in der EDM machen.“


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(v.l.n.r.) Stabübergabe von Martin Eichtinger, Landesrat und Vorsitzender der EDM in Niederösterreich an Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident und Vorsitzender der EDM in Niederbayern | Foto: EDM

Healthy Community Building in der EDM

„Die EDM leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des europäischen Gedankens und zur positiven Entwicklung der Europaregion in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Verkehr und Mobilität sowie Gesundheit. Für unseren gemeinsamen Lebensraum ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich und die wohnortnahe Gesundheitsversorgung essentiell“, erklärte Landesrat Martin Eichtinger den Gesundheitsschwerpunkt des niederösterreichischen Vorsitzes. „Niederösterreich stellt mit der Initiative Healthacross seine Expertise in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in der Europaregion gerne zur Verfügung. Denn das Gesundheitszentrum Gmünd - České Velenice, der grenzüberschreitende Rettungsdienst und grenzübergreifend kooperierende Kliniken schaffen Versorgungssicherheit und machen Europa in der niederösterreichischen Grenzregion spürbar“, so Eichtinger.

Wirtschaft und Gesellschaft in den Regionen gemeinsam voranbringen

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurde auf Erfolge wie den periodisch erscheinenden Hochschulführer der EDM verwiesen. „Durch interregionale Zusammenarbeit wird Vertrauen und Verständnis zwischen den Regionen geschaffen. Genau diese Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz sind gegenwärtig wichtiger denn je, denn sie garantieren den Dialog, treiben Entscheidungen im Sinne der Bevölkerung voran und sind von besonderer Bedeutung in Bezug auf die Friedenssicherung in Europa“, ist Eichtinger überzeugt.

Die EDM beschäftigt sich neben dem Gesundheitsschwerpunkt insbesondere auch mit den Bereichen Industrie 4.0, Tourismus, Hochschulwesen, Energie und Verkehr.

Oberösterreich: EDM-Netzwerk soll Kreislaufwirtschaft vorantreiben

„Für Oberösterreich steht eine zukunftsorientierte Standortentwicklung mit besonderem Fokus auf Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. Dabei ist für uns die Zusammenarbeit mit den Partnerregionen in der Europaregion Donau-Moldau unverzichtbar. Denn Kreislaufwirtschaft bedeutet auch, dass Netzwerke auf- und ausgebaut werden, die voneinander profitieren. Daher widmet sich das aktuelle Jahresprogramm auch dem Netzwerkaufbau und dem Austausch hinsichtlich Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Ein erstes Beispiel hierfür ist die Informationsveranstaltung ‚Kreislaufwirtschaft in der EDM‘, die am 5. Dezember online stattfinden wird. Hier werden die EDM-Regionen vertreten sein und sowohl strategische als auch praktische Einblicke in ihre Kreislaufwirtschafts-Aktivitäten geben. Das daraus entstehende Netzwerk soll auch in Zukunft mit Veranstaltungen und gezielten Aktivitäten ausgebaut werden“, betont Oberösterreichs Wirtschafts- und Europa-Landesrat Markus Achleitner.

Kreisrat Libor Picka aus der Region Pilsen: „Ich sage oft, dass wir in der tschechisch-bayerischen Grenzregion nicht am Rande der Republik stehen, sondern an ihrem Anfang. Die Entwicklung eines sensiblen Tourismus auch außerhalb der touristischen Zentren, die Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit von Dienstleistungen, die Unterstützung junger Familien, der Aufbau einer hochwertigen Infrastruktur – dies ist ein Rezept gegen die Entvölkerung unserer ländlichen Gebiete und eine Hoffnung für unsere Grenzgebiete mit bislang ungenutztem Potenzial.“

Zur Jubiläumsveranstaltung meint der Stellvertretende Kreishauptmann František Talíř aus der Region Südböhmen: „Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, an diesem für die europäische Donau-Moldau-Region so wichtigen Tag teilzunehmen. Ich wünsche uns allen, dass die nächsten zehn Jahre dieser wichtigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit so erfolgreich weitergehen wie bisher. Eine funktionierende interregionale Partnerschaft ist entscheidend für die Umsetzung erfolgreicher grenzüberschreitender Projekte sowie für den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen, die jeder Krise standhalten können. Darin sehe ich die Aufgabe der Europaregion Donau-Moldau.“