Fieberambulanz am Klinikum Passau wird gut angenommen

Werkleiter Stefan Nowack: „Wir haben viel geschafft, können aber nicht abschätzen, wie es weitergeht“

23.3.2020


Seit Dienstag bietet das Klinikum Passau eine Fieberambulanz an. „Diese wird sehr gut angenommen“, zieht Dr. Gregor Stolz, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, erste Bilanz nach vier Tagen.


Das Foto zeigt Dr. Gregor Stolz, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme (hinten 2.v.r.), mit dem Team der Fieberambulanz und eindeutiger Botschaft. (Foto: Klinikum Passau)

Die Ambulanz befindet sich an der Rückseite des Klinikums bei der neuen Rettungsdiensteinfahrt. Gedacht ist sie für mobile Patienten mit Grippe-Symptomen, die auf eine Corona- oder Influenza-Infektion hindeuten könnten, und die aktuell nicht durch den Hausarzt oder den KV-Notdienst versorgt werden können. „Sie ist jedoch nicht für Gesunde mit Angst vor einer Corona-Infektion gedacht“, betont Stolz. „Bisher verhalten sich die Leute auch sehr vernünftig, so dass wir das bewältigen können“, sagt der Chefarzt in der Hoffnung, dass dies auch so bleibt. Bei einem Ansturm auf die Einrichtung müsste sie nämlich wieder geschlossen werden.


Die Ambulanz ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, auch am Wochenende. Patienten können ohne Voranmeldung kommen, müssen jedoch ihre Versichtertenkarte dabei haben. In der Ambulanz sind täglich zwei Ärzte, zwei Schwestern sowie drei medizinische Fachangestellte im Einsatz, die unter den erforderlichen Schutz-und Hygienevorschriften arbeiten. Wenn nötig werden auch Corona-Abstriche gemacht, die Tests gehen zur Auswertung an ein externes Labor.

„Die Fieberambulanz ist sowohl für die Bevölkerung als auch für die Hausärzte ein unterstützendes Angebot“, sagt Klinikums-Werkleiter Stefan Nowack.

Neben der Fieberambulanz bereitet sich das Klinikum weiter unter Hochdruck auf einen Anstieg stationärer Corona-Patienten vor. Unter Federführung von Pflegedirektor Peter Auer wurde bereits eine komplette Station zur „Fieberstation“ umfunktioniert, im Bedarfsfall wird noch eine weitere Station hinzugenommen. „Wir machen täglich unsere Hausaufgaben, in der vergangenen Woche haben wir unheimlich viel geschafft“, sagt Stefan Nowack und zollt der ganzen Belegschaft des Klinikums dafür großen Respekt. „Es ist aber schwer abzuschätzen, wie es in den nächsten Tagen weitergeht“, so der Werkleiter. Am Klinikum stehen im Moment 34 Intensiv-Therapiebetten und 17 Überwachungsbetten zur Verfügung. „Gegenwärtig könnten wir 26 Patienten gleichzeitig beatmen“, erklärt Nowack. In Absprache mit dem Gesundheitsministerium laufen zudem die Bemühungen um weitere Beatmungsgeräte.

Gegenwärtig ist die Zahl der stationären Corona-Fälle noch gering: Am heutigen Tag waren fünf Patienten am Klinikum stationär. Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter liegt aktuell bei 14 Beschäftigten. Sie alle befinden sich mit keinen bis geringen Symptomen in häuslicher Quarantäne.