Gemeinsames Radwegekonzept nimmt Fahrt auf

Stadt und Landkreis arbeiten Hand in Hand an Verbesserungen für Radler

6.1.2021


Wie kann der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad möglichst attraktiv gestaltet werden? Eine Frage, die im Zentrum einer nachhaltigen Zukunft in der Region und eines gemeinsamen Radwegekonzepts von Stadt und Landkreis Passau steht.

Klar ist dabei, dass ein funktionierendes Radwegekonzept nur von Stadt und Landkreis zusammen auf den Weg gebracht werden kann. Passau liegt als Oberzentrum der Planungsregion Donau-Wald im Herzen des Landkreises Passau, die Hauptverbindungsachsen führen sternförmig aus dem Landkreis zur Stadt Passau hin. Ein Radwegekonzept, das an der Grenze zwischen Stadt und Landkreis enden würde, wäre wenig zielführend, sind sich Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Landrat Raimund Kneidinger einig.

Machen Tempo beim gemeinsamen Radwegekonzept: Landrat Raimund Kneidinger (v.l.), Leitender Regierungsdirektor am Landratsamt Passau, Armin Diewald, Leiter der Kreisstraßenverwaltung, Herbert Hebel, Oberbürgermeister Jürgen Dupper, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Passau, Peter Ranzinger und Leiter des Sachgebiets Kreisentwicklung, Roland Gruber

„Das Radwegekonzept soll einerseits die Bedürfnisse von Freizeitradlern und Touristen berücksichtigen, vor allem aber von Berufspendlern, die tagtäglich auf eine gute Fahrrad-Infrastruktur angewiesen sind,“ so Landrat Kneidinger. „In der Zeit von E-Bikes und Pedelecs wird diese Form der Mobilität und des Individualverkehrs immer interessanter. Vor diesem Hintergrund brauchen wir eine sachgerechte Grundlage für Radfahrer,“ bekräftigt Oberbürgermeister Jürgen Dupper.
An vielen Stellen gibt es bereits eine gute Grundlage für ein zukunftsfähiges Radwegenetz. Oft braucht es zur Optimierung beispielsweise nur eine Anpassung der Beschilderung. Auf manchen Routen wird aber auch ein Aus- und Neubau von Radwegen erforderlich sein. Hier wollen Stadt und Landkreis eng mit dem staatlichen Bauamt zusammenarbeiten, um entlang der bereits vorhandenen Hauptverkehrsachsen den Radwegebau voranzutreiben.

Bei den konkreten Planungen zum Ausbau des Radwegenetzes sind die Kommunen aber auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Um dort zielgerichtet anpacken zu können, wo auch wirklich Bedarf besteht, braucht es belastbare Analysen zur Nutzung und Auslastung der einzelnen Verkehrsachsen durch Radfahrer. Unter anderem könne man sich vorstellen, dazu anonymisierte Bewegungsdaten freiwilliger Radfahrer zu nutzen.

Ziel des Konzeptes ist ein zukunftsfähiges Mobilitäts-Komplettpaket. Beim Radwegeausbau wird in der ersten Stufe ein starker Fokus auf den stadtnahen Landkreisgemeinden liegen. Für Radfahrer aus weiter entfernten Gemeinden solle es beispielsweise durch E-Bike-Ladestationen und –Stellplätze an Bushaltestellen die Möglichkeit geben, direkt vom Fahrrad auf den ÖPNV umzusteigen.

Stadt und Landkreis wollen dabei nun Tempo machen. Noch in diesem Jahr soll der Austausch auf den jeweiligen Fachebenen stattfinden und Planungsziele festgelegt werden. Frühzeitig zu Jahresbeginn will man in die Abstimmung mit den Kommunen und den weiteren beteiligten Behörden gehen, um möglichst schnell zu tatsächlichen Verbesserungen im Radverkehr zu gelangen.