Georg Thumbach

"Als Zeichner schätze ich es, wenn das Auge beschäftigt ist“

Ein Arbeitsschwerpunkt des Künstlers ist die Zeichnung – sowohl auf Papier als auch auf Grobspanplatten.
Zentrales Thema in den Zeichnungen von Georg Thumbach ist die Natur. Seine Holzkohlezeichnungen auf Papier entstehen sämtlich draußen vor dem Motiv – ohne jedoch ein genaues Abbild sein zu wollen.

Thumbachs Arbeiten entstehen aus dem Prozess, wobei die ersten Linien entscheidend sind für die Richtung, die das Bild nehmen wird. Die Linien bauen aufeinander auf. Auf diese Weise zeichnet er auf großformatigen Papieren Sträucher, Büsche und Waldsituationen oder auch Felder.
Aus der Nähe betrachtet wirken die Bilder fast abstrakt. Mit zunehmender Distanz ist das jeweilige Motiv dann doch wieder klar zu erkennen. Der Künstler steigert die Kontraste von Licht und Schatten in seinen neueren Arbeiten zunehmend, indem er das Weiß des Papiers und das Schwarz der Kohle oft unmittelbar aneinander setzt.
Neben den ungewohnt großen Bildern-eine Zeichnung misst in der Höhe drei Meter! – gibt es auch Kleinformate zu sehen. Sie zeigen in erster Linie Momentaufnahmen aus Wiesen.

Im Gegensatz zu den papierenen entstehen die Arbeiten auf Grobspanplatten ausschließlich im Atelier. Auch hier finden sich eine Reihe von großen Werken.
Vor allem kommt der fließende Übergang zwischen Zeichnung und Malerei zum Tragen. Ausgangspunkt dieser Malerei ist die Struktur der Grobspanplatte. Schichtweise trägt der Künstler Acrylbinder mit Erdpigmenten, aber auch Asche, Kohle mitunter auch Ölfarbe, Lehm und Kalk auf.
Auch wenn Georg Thumbach bei diesen Werken das Motiv nicht vor Augen hat, erinnern sie stark an seltsam verwoben Wucherndes. Wieder kommen einem Pflanzenteile, Baumstämme oder Äste in den Sinn.
Charakteristisch für die Arbeitsweise von Georg Thumbach ist auch serielles Arbeiten.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Künstlers liegt in der Bildhauerei.
Für seine sogenannten Balkenarbeiten sucht sich der Künstler Holzbalken im Sägewerk, die eine bestimmte Information in sich tragen. Thumbach macht diese spezielle Information für den Betrachter sichtbar.

Die Balkenarbeiten sind innen hohl und erhalten durch eine oder mehrere Öffnungen Licht von außen. Manche dieser Balken setzt er bewusst der Witterung aus, so dass Risse entstehen – ohne den Arbeiten weitere Öffnungen hinzuzufügen.
Die Holzbalkenarbeiten des Künstlers mögen auf den ersten Blick banal wirken. Sie erfordern auf alle Fälle ein genaueres Hinsehen, denn wer erstmal die Öffnung gefunden hat und einen Blick in das Innere des Balkens werfen kann, wird belohnt.




Im INNSIDE erschienen im April ’13

Georg Thumbach


1972 geboren in Landshut
1994–2000 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Fridhelm Klein u. Ben Willikens
1999 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
Meisterschüler bei Ben Willikens
2001 „Hermann-Götz-Preis“ der Antonia- und Hermann-Götz-Stiftung
2003 Postgraduiertenstipendium des Freistaates Bayern sowie Debütantenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
2009 „Waldstücke“, Galerie Marlies Hanstein, Saarbrücken
2008 „Zeichnungen und Skulpturen“ im Salon / Palais Dürckheim, Weimar
„WEISS“, RGB – Berlin
2006 „Zeichnungen“, Ausstellungsräume Peter Ottmann, München
„Begegnungen“, Kunst+Diakonie e.V., Wehr-Öflingen
„LUX LINIERT“, Ausstellungsraum Horst Stauber, Passau
„hier abzweigen“, Neue Galerie Dachau
2005 „IMPULSE“, Galerie LandskronSchneidzik, Nürnberg
„BÄUME“, Galerie Peter Bäumler, Regensburg
2004 „VON GRUND AUF“, Galerie Pfaff & Partner, Schwarzenbruck