Gisa Schäffer-Huber

„Ich habe eine Vorliebe für schwierige Formen“


Gezeichnet hat die studierte Architektin und Passauer Heimatpflegerin seit mehr als zwanzig Jahren, Gisa Schäffer-Huber immer schon. „Eigentlich bin ich Zeichnerin“, sagt die Künstlerin über sich selbst.

In letzter Zeit ist eine ganze Serie von Zeichnungen – Barockaltäre, Kanzeln und Orgeln – entstanden. „Ich habe eine Vorliebe für schwierige Formen“, sagt Gisa Schäffer-Huber. Am liebsten zeichnet sie vor dem Objekt – sei es im Dom, in der Studienkirche, in Maria-Hilf oder im Waisenhaus.
Gerade bei barocken Altären und Kanzeln könne man das Farbempfinden des Barock spüren. Die hellgrauen, gelblichen, zart-violetten Töne im Stuckdekor und der rote Marmor der Säulen führt hin zur satten Farbigkeit der Ölgemälde, sagt die Künstlerin, die im Übrigen jahrelang vehement gegen den weißen Kalkanstrich des Domes kämpfte. Für ihre Zeichnungen verwendet sie zumeist Füllfederhalter, Negro- und Aquarellstifte.

Viele Zeichnungen sind auch auf ihren Reisen entstanden. Mitunter malt sie Postkarten und hat auch schon etliche Skizzenbücher gefüllt. Im Laufe der Zeit ist so eine umfassende Sammlung an Reiseskizzen entstanden. Skizzen spielen aber auch für ihre großformatigen Ölbilder eine besondere Rolle, denn Ausgangspunkt für ihre Arbeiten ist die Zeichnung. Doch ist die Farbe in der Malerei von Gisa Schäffer-Huber ein wesentliches Element. Mitunter entstehen so intensiv farbige Arbeiten.
Themenschwerpunkte sind zum einen Architektur und Landschaft zum anderen aber auch Menschen und Menschenansammlungen – wie z.B. eine Serie großformatiger Arbeiten zur „Maidult.“ Immer wieder entstehen aber auch Aktzeichnungen sowie Situationen im Atelier. Bei den Aktzeichnungen wiederum fertigt die Künstlerin oftmals verschiedene, farbige Variationen.

Neuerdings arbeitet die Malerin an einer Serie mit Donauschiffen. Thema und Farbauswahl stehen von Anfang an fest, Form und Komposition entwickeln sich aus dem Prozess heraus.
Die Arbeitsweise von Gisa Schäffer-Huber ist gegenständlich. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist die nicht-realistische Farbgebung. In einem gewissen Rahmen ist sie durchaus experimentierfreudig – so macht sie gelegentlich Experimente mit Zeichnungen und sparsam verwendeter Aquarellfarbe.

Neben ihrer eigenen Kunst interessiert sich die Heimatpflegerin auch für die Arbeiten anderer Künstler: Ihre Leidenschaft ist es, Künstler aufzuspüren, die Passau gezeichnet oder gemalt haben. Als Heimatpflegerin engagiert sie sich derzeit besonders für die Renovierung der gotischen Heilig Geist Kirche und arbeitet im Vorstand des Fördervereins.


Gisa Schäffer-Huber

Geb. 1937 in München
Architekturstudium an der Technischen Universität München
bis 1989 Berufstätigkeit in leitender Stellung im Stadtbauamt Passau
seit 1989 Stadtheimatpflegerin von Passau

Künstlerische Ausbildung an der Sommerakademie Salzburg und in diversen Seminaren an der Kunsthochschule Linz
lebt und arbeitet in Passau

(einzeln und in Beteiligungen)

Kunstverein Passau
Agon Passau
Unterkirche Passau
Münzkirchen
Asbach
Vilsbiburg

Bühnenbilder für Studentenbühnen und Südostbayerisches Städtetheater


Im INNSIDE erschienen: Oktober ’10