Héctor Solari

„Ich filme meine Fotos und Zeichnungen als ob ich Tänzer filmen würde“


– 1959 geb. in Montevideo [Uruguay]

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– studierte Architektur und Kunst in Montevideo [Uruguay] und Lucca [Italien] bei Luis Camnitzer und David Finkbeiner

– seit 2000 ist er vorwiegend als Videokünstler tätig

Museo Reina Sofia, Madrid [Spanien] Museo de Arte Moderno de Bogota [Kolumbien] Museo de Arte Moderno de Buenos Aires [Argentinien] in der Galerie Sektor I, Katowice
[Polen] Museo Nacional de Artes Plásticas de Montevideo Haus der Kunst München, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg Centro Cultural Español Montevideo Itau Cultural, Rio de Janeiro und Sao Paulo Museo de la Memoria, Montevideo.
Videotanzprojekte/Videoinstallationen/Soundinstallationen,
2013 „Waldweben”, Lübben
2012„Diesseits”„Umbrales” [mit Avatâra Ayuso],
2011 „Fresko” [mit Irene Schröder] im Festspielhaus Hellerau, Dresden und im Tanzhaus NRW, Düsseldorf
2009 Outer Cold [mit Irene Schröder] in
der Semper kleine szene Dresden,
2009 „projektOnetti” [mit Alfredo Mena und Valentina Torrado] im Instituto Cervantes, Berlin,
2014 Retrospektive im
Nationalmuseum der Bildenden Kunst in Montevideo

Bis in die späten 1990er Jahre setzte sich der in Montevideo geborene Künstler Héctor Solari mit Zeichnungen, Installationen und Performances auseinander.

2000 entstanden erste Videoexperimente mit einer Digitalkamera. Für seine ersten Videos hat Héctor Solari Fotos am Computer bearbeitet und in einer Druckerei ausdrucken lassen. Anschließend filmte der Künstler diese Fotos. Seither arbeitet Héctor Solari vorwiegend als Videokünstler.

Mittlerweile sind nicht nur Fotografien die Grundlage seiner Videoarbeiten, sondern hauptsächlich eigene Zeichnungen. Seine Zeichnungen führt er auf klassische Weise in Pastell aus. Sie sind keine Skizzen, sondern können auch völlig eigenständig ohne Video stehen. Bei der Ausführung kommt es Héctor Solari nicht auf ein genaues Abbild der Wirklichkeit an, sondern auf die Aussage, die er mit seinen Zeichnungen und Videoarbeiten treffen will.

Zeichnungen und Video entstehen parallel. Sobald ein oder zwei Zeichnungen fertiggestellt sind, beginnt Solari auch mit dem Filmen, entscheidet, ob für eine Szene weitere Zeichnungen notwendig sind oder ob ein Szenenwechsel erfolgen sollte, danach entstehen die nächsten Zeichnungen. Die Choreographie für seine Arbeiten habe er vorher im Kopf. „Ich filme meine Fotos und Zeichnungen, als ob ich Tänzer filmen würde“, so der Künstler. Seine Videoarbeiten sind mit einer Länge von 3 bis 5 Minuten eher kurz.

„Der Künstler an sich muss politisch sein und sich mit der
Realität auseinandersetzen und sich äußern.“Héctor Solari


Eine Ausnahme dazu ist die Videoarbeit, die Héctor Solari in der Passauer Produzentengalerie zeigen wird. „Tee in Kabul“, so der Titel der Arbeit, hat eine Länge von 17 Minuten.

Personen spielen in den Videoarbeiten von Héctor Solari eigentlich keine Rolle – so bleiben auch die anfangs gezeigten Frauen in „Tee in Kabul“ schemenhaftanonym. Thematisch setzt der in Dresden lebende Künstler sich in erster Linie mit dem Thema Krieg und Gewalt auseinander.

Trotz immenser Bilderflut in den Medien zu den Themen Krieg und Gewalt reagieren die Betrachter auf seine Arbeiten intensiver als auf Dokumentarfilme.

Inspirationen für seine Arbeiten erhält er durch Texte – durch das Lesen entwickeln sich viele Bilder, die zu einer Idee führen, sagt der Künstler. Sobald die Dramaturgie der Bilder in seinem Kopf steht, beginnt er am Sound für seine Videos zu arbeiten – den Rhythmus des Sounds passt der Künstler an den Rhythmus der Bilder an.

Den Sound für seine Arbeiten komponiert Solari selbst – lediglich für die Video-Klanginstallation SYNC, ein Auftragswerk für die Europäischen Wochen Passau – arbeitete er mit dem Komponisten Mark Polscher zusammen. In diesem Werk geht es um die Symphonie, die Menschen und Maschinen täglich im BMW-Werk Dingolfing aufführen.


Im INNSIDE erschienen im Juli ’14