Höhere Arbeitslosenquote

Corona-Krise belastet den Arbeitsmarkt

2.5.2020


Im April waren insgesamt 7.120 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 6,9 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat und 48,1 Prozent mehr als im April 2019. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 3,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote im April liegt damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats (plus 462 Personen) und um 1,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres (plus 2.312 Personen). Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit be-ruht auf mehreren Faktoren: Es wurden mehr Menschen arbeitslos, gleichzeitig konnten weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Zudem nehmen aufgrund der aktuellen Situation deutlich weniger Menschen an einer Fördermaßnahme teil.

„Der Trend des jahreszeitlichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit stellte sich im April 2020 aufgrund der Corona-Krise so nicht ein, vielmehr kam es zu einem erwarteten Anstieg um 462 arbeitslos gemeldete Personen im Vergleich zum März. Die Arbeitslosenzahl ist vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung mit einer Zunahme um 73,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Dies entspricht einem Plus von 1.958 arbeitslosen Personen. Der Anstieg im Bereich der Grundsicherung fällt mit 16,6 Prozent (plus 354 Personen) geringer aus. Neben der steigenden Arbeitslosigkeit ist gleichzeitig die Nachfrage nach Arbeitskräften eingebrochen. Als Prognose für die kommenden Monate ist mit einer weiteren Erhöhung der Arbeitslosigkeit zu rechnen“, erklärte Dr. Klaus Stein, Leiter der Agentur für Arbeit Passau.

Im April waren 2.528 Arbeitsstellen im Bestand der Arbeitsagentur Passau gemeldet, der Stellenbestand sank um 1.301 Stellen (minus 34,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Die Corona-Pandemie führte zu einer deutlich gesunkenen Nachfrage nach Arbeitskräften und wirkte sich auch merklich auf den geringeren Zugang an Arbeitsstellen (minus 44 % im Vergleich zum Vormonat) aus. Viele Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt, um ihren Personalbestand konstant zu halten. Neue Mitarbeiter werden derzeit kaum eingestellt. In einzelnen systemrelevanten Branchen (wie im Gesundheitswesen, Lebensmitteleinzelhandel, Logistik) gibt es grundsätzlich Bedarf an Arbeitskräften durch erhöhtes Arbeitsaufkommen, jedoch herrscht auch hier eine Zurückhaltung aufgrund eines möglichen Infektionsrisikos. Arbeitgeber setzen daher vermehrt auf Arbeitszeitsalden und Schichtarbeit, so dass auf Neueinstellungen vielfach verzichtet wird“, so Stein abschließend.


Die Nachfrage der regionalen Unternehmen nach zukünftigen Fachkräften ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2019 wurden der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Passau 3.475 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 7,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Seit Oktober 2019 betreut die Berufsberatung 1.561 Bewerber, dies sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Rein rechnerisch sind aktuell für jeden gemeldeten Bewerber 2,23 Ausbildungsstellen vorhanden. Aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 ist auch im Bereich der Ausbildungsvermittlung eine Zurückhaltung der Unternehmen zu spüren.

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist vom März auf April nochmals gestiegen. Im Agenturbezirk Passau wurden bis Ende April 3.111 Anzeigen auf kon-junkturelles Kurzarbeitergeld (mit 40.734 Personen) aufgenommen. Das entspricht einer Steigerung um 318,6 % im Vergleich zum Vormonat. Nach der Anzeige ist für die Auszahlung ein Antrag auf Kurzarbeitergeld zu stellen. Dieser Antrag ist zusammen mit den monatlichen Abrechnungslisten bei der Agentur für Arbeit Passau einzureichen.