Ildiko Csapo

„Bis heute habe ich mehr als 30.000 Elemente in meinen Objekten verbaut.“



Vita

Geb. 1954 in Temesvar (Rumänien)
1975-79 Hochschule für bildende Kunst, Studium der Philosophie
und Kunstgeschichte
1996-99 Museumspädagogin Kunstmuseum Basel
Mitglied Visarte Basel

Ausstellungen (Auswahl)

1996 Baudepartement, Basel
1998 Ausstellungsraum Klingental, Basel
Galerie Werkstatt, Reinach
2006 Städt. Galerie Weil am Rhein
2009 arte contemporaine, Strasbourg
2010 Fondation Triade, Temesvar, Kunsthaus L6, Freiburg im Breisgau, Ingolstadt



Seit über zehn Jahren ist die 1954 in Temesvar (Rumänien) geborene Künstlerin Ildiko Csapo fasziniert von der Form des Oktogons (Achteck). Es liegt all ihren Überlegungen zugrunde und wird so oft wiederholt bis sich etwas Neues daraus entwickelt.

Ursprünglich ist es durch Faltungen mit Papier entstanden, dann untersuchte sie die Form zeichnerisch immer weiter bis sie sie schließlich mit Holzlatten umsetzte. Allerdings fehlten ihr hierbei Lebendigkeit und Dynamik, obwohl sie die Wirkung des Schattens in die Arbeiten miteinbezogen hatte. Durch Weiterentwicklung kam Ildiko Csapo schließlich auf das Material PVC, das zum einen modellierbar ist, zum anderen ihren Objekten eine gewisse netzartige Durchsichtigkeit verleiht.

Bei genauerem Betrachten stellt man fest, dass es sich bei den verwendeten PVC-Röhren um einen allseits bekannten Gebrauchsgegenstand handelt, der von ihr in unterschiedlichen Längen zerschnitten und Oktogonen zusammengesetzt wird, die dann wiederum miteinander verbunden werden.

Über 30.000 dieser Elemente hat sie seither in ihren Objekten regelrecht „verbaut“.
„Irgendwann nehme ich etwas in die Hand und entwickele es weiter“, sagt Ildiko Csapo und spielt hierbei auf das Material an. Von ihren Arbeiten hat die Künstlerin bereits im Vorfeld eine konkrete Vorstellung. Die Herausforderung sei es jedoch, mit der Umsetzung genau das Bild zu erreichen. Mitunter ein schwieriges Unterfangen.

Große Konzentration ist beim Knüpfen dieser gleichmäßigen Strukturen unerlässlich, denn jeder Fehler in dieser Regelmäßigkeit würde sofort auffallen. Ildiko Csapos filigrane Objekte wirken wie gezeichnet – und das ist von der Künstlerin durchaus so beabsichtigt.
Sie fertigt keine Skizzen im klassischen Sinn an, jedoch immer wieder Übungen, in denen sie die Form genau untersucht.

Parallel zu den Objekten entstehen kleinformatige Zeichnungen auf Filzstift in Serie, bei der die Künstlerin die Konstruktion übt und alle ornamentalen Möglichkeiten untersucht.
Raum an sich ist der Künstlerin sehr wichtig. Auf den Raum folgt ihre Reaktion.
Ausgangspunkt für die hier gezeigten filigranen Objekte bildet die Arabeske, ein arabisches Ornament, welches ursprünglich eine stilisierte Pflanzenranke beschreibt, die als offene Form immer weiter wächst.


Im INNSIDE erschienen im Juni ’11