INNSIDE Innterview: Oliver Forster

Oliver Forster zuversichtlich: Im Sommer wieder Open Airs!

5.2.2021



Er ist einer der größten und erfolgreichsten

Musical-Tourneeveranstalter Europas und

unbestritten der größte Veranstalter in der

Dreiflüssestadt.

Die Covid-Krise hat Oliver Forster und sein

Unternehmen die COFO GmbH sehr hart getroffen.

Zuletzt hatte er mit großen Ausstellungen wie der

Van Gogh Immersive Experience in Linz

oder der Körperwelten-Ausstellung in Salzburg von

sich reden gemacht.

Wir haben ihn zur jetzigen Situation und zur Zukunft

seiner Branche befragen können.


Die Fragen stellte Gerd Jakobi


Die Kultur und speziell die Veranstaltungsbranche
ist wirtschaftlich von der Pandemie mit am stärksten betroffen. Wie geht es dir in dieser Zeit?

Zweifelsohne zählt die Corona-Pandemie zu den größten Herausforderungen in meiner beruflichen Laufbahn und wir hoffen natürlich, dass bald Planungssicherheit herrscht und die ersten Musik- und Kulturveranstaltungen wieder stattfinden können. In der Zwischenzeit haben wir unseren Fokus voll und ganz auf Ausstellungen verlagert, die wir exklusiv im deutschsprachigen Raum repräsentieren dürfen. Museen und Ausstellungen gehören in der Pandemie, neben dem Handel, zu den letzten Einrichtungen, die schließen müssen und zu den ersten, die wieder öffnen dürfen. So dürfen wir in Österreich beispielsweise ab 8. Februar 2021 unsere
beiden Ausstellungen „VAN GOGH – The Immersive Eperience“ in Linz und „Gunter von Hagens‘ Körperwelten“ in Salzburg wieder eröffnen. Ab 1. April 2021 startet dann das „Dinoland“ auf Schloss
Tüßling in die zweite Saison.

Wie sieht es mit den staatlichen Hilfen aus? Ist da was bei euch angekommen, oder wartet ihr immer noch, wie viele Künstler, auf die versprochenen Gelder? Reichen diese überhaupt aus, um den Betrieb zu retten?

Es hat eine Weile gedauert und nicht zuletzt den Berufsverbänden die größtmögliche Anstrengung gekostet, bis die Veranstaltungsbranche und die Kulturlandschaft von der Politik die nötige Aufmerksamkeit bekommen hat. Mittlerweile konnten hier neben dem Kurzarbeitergeld, den Überbrückungshilfen I, II und III und dem Umsatzersatz für die Monate November und Dezember weitere speziell auf unsere Branche zugeschnittene Hilfsprogramme auf den Weg gebracht werden, die vor allem auch einen Neustart erleichtern sollen.

Es ist natürlich schwierig eine Perspektive zu erfragen. Dennoch muss man ja planen. Was werdet ihr tun und wann meinst du
könnte wieder veranstaltet werden?

Natürlich wäre es der Wunsch eines Jeden in der Veranstaltungsbranche tätigen Unternehmens, aber auch der vielen Künstler und Kreativen, wenn irgendjemand vorhersagen könnte, wann es wieder losgeht, und vor allem, unter welchen Bedingungen dann wieder Veranstaltungen abgehalten werden können. Ich fürchte allerdings, dass wir heuer noch mit nahezu den gleichen Einschränkungen wie im Vorjahr leben müssen. Bis die ersten Musik- und Kulturveranstaltungen unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften und der Mindestabstände wieder laufen können, wird es sicher Mai werden. Und vermutlich wird es dann auch weiterhin Obergrenzen zwischen 100 – 500 Personen geben, die regional unterschiedlich sein können, je nach Infektionsgeschehen. Ich bin allerdings auch zuversichtlich, dass ab Juli/ August dann auch wieder vereinzelt größere Open Air Konzerte und Sportveranstaltungen mit 5.000 und mehr Besuchern stattfinden können.

Wenn du einen Wunschevent veranstalten könntest, welcher wäre es?

Nun ja, in diesen Zeiten ist man natürlich schon zufrieden, wenn man überhaupt irgendeinen Event veranstalten kann. Nach wie vor ein großer Traum ist aber irgendwann mal ein großes Stadionkonzert mit einem nationalen oder internationalen
Superstar wie Pink, Ed Sheeran oder Helene Fischer zu veranstalten.

Musstet ihr bis jetzt schon Mitarbeiter entlassen?

Ja, auch das bleibt leider nicht aus. Zu Beginn der Krise im März 2020 hatten wir, auch bedingt durch die vielen Musicaltourneen, die zu diesem Zeitpunkt gelaufen sind, rund 90 Beschäftigte. Jetzt knapp ein Jahr später sind es noch rund 20 Beschäftigte. Durch den Wegfall wirklich aller Veranstaltungen von heute auf morgen muss man sich natürlich umorientieren und neu aufstellen. Alleine 2020 sind bei uns rund 150 Veranstaltungen ausgefallen und jetzt im 1. Halbjahr 2021 sind es sogar fast doppelt so viele. Dennoch ist man natürlich trotzdem ständig mit den Verlegungen und der Neuausrichtung beschäftigt.

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