INNSIDE Innterview: Sigi Zimmerschied

„Der Kreuzeder is eben a hiesiger!“

2.7.2021


Mit „Weißbier im Blut“ stellt das Passauer Kabarett-Urgestein Sigi Zimmerschied einen neuen Film vor. Die Weltpremiere fand im letzten Monat Corona-bedingt Open Air vor der malerischen Kulisse des Passauer Doms statt – nicht ganz unpikant, waren doch seine Beziehungen zur Kirche nicht immer spannungsfrei.
Was Sigi Zimmerschied zu sagen hat und wie Passau im Film wegkommt, das ist hier im Innterview zu lesen und ab Juli dann in den Kinos zu erleben.


Die Fragen stellte Gerd Jakobi

Kommissar Kreuzeder (Sigi Zimmerschied) hat den Glauben an das Gute verloren und sieht keinen Sinn mehr im Polizeiberuf. Er versucht, durch einen Dauerrausch eine Frühpensionierung zu erzwingen. Doch ein ganz besonderer Fall reist den Ermittler aus seiner Lethargie.
Im Bild links Brigitte Hobmeier  als Polizeipsychologin Frau Dr. März.
© TOBIS


Vor vielen Jahren hast du uns in einem Innterview mal von einer Traumrolle erzählt, die dir vorschwebt, von einem eigenwilligen Bayerwaldkommisar. Ist dieser Kreuzeder in „Weißbier im Blut“ nun diese Rolle?
Ja der Kreuzeder ist mir schon seit vielen Jahren im Kopf herumgespukt. Und ich bin jetzt wirklich froh, dass das endlich geklappt hat. Es war lange nicht möglich so etwas umzusetzen. Bis zum Schluss mussten wir drum kämpfen und dann kam uns auch noch Corona dazwischen. Aber letztendlich hat es sich gelohnt.
Ist die Figur jetzt so etwas wie die Verkörperung deiner künstlerischen und schauspielerischen Vorstellungen?
Die Figur hat natürlich einiges von mir: das Anarchische und Gebrochene, was ja dann wiederum eine kreative Spannung ermöglicht. Und natürlich haben wir auch eine Menge niederbayerisch-böhmisches und österreichisches Befinden mit hineingepackt. Er verkörpert vieles von dem, was die Menschen unserer Region ausmacht.

Passau ist ja in der letzten Zeit zu einer Art Krimihochburg geworden. Freut dich diese Entwicklung in deiner Heimatstadt?
Ja natürlich ist es immer auch eine schöne Werbung für eine Stadt, wenn schöne Bilder gezeigt werden. Wir haben uns natürlich bemüht, auch einmal verstecktere Ecken zu zeigen und Stimmungen zu nutzen, nicht nur die bekannten Postkartenidyll mit einem Drohnenflug abzufilmen. Natürlich gibt es die bekannten Bilder, aber wir haben eben genauer hingeschaut, einfach weil wir uns hier auskennen.

Überhaupt hat der Niederbayernkrimi, wenn man an die Eberhofer-Filme denkt, in denen du ja auch mitspielst, eine echte Hochkonjunktur. Ist das ein Zug auf den ihr da aufgesprungen seid?
Es ist es mir ganz wichtig zu sagen: „Weißbier im Blut“ ist nicht mit den Eberhofer-Filmen zu vergleichen. Wir wollen da keine Erwartungen wecken. Der Kreuzeder ist ein ganz anderer Charakter und auch die Stimmung, die wir rüberbringen wollen, ist eine ganz andere. Er ist eben a hiesiger und es ist kein Regionalkrimi von der Stange!
Man kann aber selbstverständlich auch mit dem Kreuzeder seinen Spaß haben und auf seine humoristischen Kosten kommen.
Die Eberhofer-Filme und andere haben es uns aber wohl erst ermöglicht, dieses Projekt überhaupt zu verwirklichen. Diese Filme haben das Terrain bereitet mit ihrem wahnsinnigen Erfolg.

Damit hast du ja auch schon vor vielen Jahren mit dem legendären „Schartl“ begonnen. Ist es eigentlich das erste Mal seitdem, dass du mit der Babs Dorsch gearbeitet hast?
Ja wir standen das erste Mal wieder gemeinsam vor der der Kamera. „Schartl“ war übrigens auch der erste Film in dem mein Neffe David als junger Bub mitgespielt hat. Jetzt, als etablierter Schauspieler ist er auch wieder mit von der Partie. Das freut mich ganz besonders.

Zum Schluss möchte ich dir natürlich die INNSIDE-Flussfrage stellen. Ist es immer noch der Inn, mit dem du dich am meisten identifizieren kannst?
Ja natürlich, trotz allem, was er mir bei der großen Flut angetan hat. Wir haben beide in der Region einiges an Schlamm hinterlassen!

Wir danken dir für das Gespräch!