Kampagne „Botschaften der Vielfalt – Offen für Fremdes“ wird ausgezeichnet

Europäischer Preis für „Gemeinsam leben und lernen in Europa“

Gemeinnütziger Verein erhält Auszeichnung für Fotoausstellung und Facebook-Kampagne „Botschaften der Vielfalt – Offen für Fremdes“


v. l.: 2. Vorsitzende Monika Binder, Perdita Wingerter und Vorsitzender Toni Fischer freuen sich über die symbolische Auszeichnung

Dieses Jahr feierte der gemeinnützige Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ sein 10-jähriges Bestehen. Es ist ein sehr aktiver Verein, der sich in vielfältigen Projekten und Aktionen dafür einsetzt, dass Menschen sich ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren. Die Vielfalt seiner Aktivitäten ist dabei bezeichnend: Schulungen für und Vermittlung von Ehrenamtlichen, ehrenamtliche Sprachpatenprojekte, interkulturelle Workshops für Kinder, interkulturelle und inklusive Filmfestivals und –reihen, generationenübergreifende Projekte, einen Gemeinschaftsraum als Ort der Begegnung und vieles mehr.


Gerade das Thema Integration und Förderung von Toleranz und Vielfalt hat die Arbeit der letzten Jahre geprägt. Dies betont auch der Vorsitzende Toni Fischer: „Mir ist wichtig, dass unsere ausländischen Mitbürger die Integration in Bayern schaffen. Uns muss allen bewusst sein, dass diese Phase ja erst jetzt so richtig beginnt. Der Einsatz unserer aktuell aktiven 100 Sprachpaten und ca. 50 weiteren aktiven Ehrenamtlichen sind hierfür ein glänzendes Beispiel, wie dies gelingen kann.“ Über 12.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit werden jährlich von dem Verein geleistet, um die Vielfalt der Projekte und Aktionen zu stemmen. Aber auch die Förderung des europäischen Gedankens und der Zusammenarbeit in Europa ist dem Verein wichtig. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Freiwilligenorganisationen aus ganz Europa zusammen.
Und diese Arbeit blieb nicht unentdeckt: der Verein wurde schon 14 mal auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Europäischen Bürgerpreis“ der Europäischen Parlaments. Und auch dieses Jahr wurde der Verein für sein europäisches Engagement geehrt. Im Sommer dieses Jahres erhielt er den 3. Platz des Bürgerpreises des Bayerischen Parlaments unter dem Motto „Bayern leben Europa“.

Und das Jahr endet für den Verein mit einem erneuten europäischen Preis. Vor Kurzem erhielt er den „European Citizenship Award“ als “Active Citizens’ Initiative of the Year 2018”. Ausgezeichnet wurde seine Foto- und Facebook-Kampagne “Botschaften der Vielfalt – Offen für Fremdes”. Der Preis war von den europäischen Dachverbänden Volonteurope und dem „European Civic Forum“ ausgelobt hatten. Unter den über 1.000 Einsendungen wurde „Ihre Kampagne zeigt, wie man ganz unkompliziert, ganz menschlich für Toleranz und Vielfalt einstehen kann. Ihr Verein motiviert Menschen, sich im Alltag FÜR ein besseres Miteinander und für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen – ein Engagement das in den heutigen Zeiten besonders wichtig ist“, erklärte Oonagh Aitken, Präsidentin von Volonteurope bei der Preisverleihung in Warschau. „Ihr Verein verleiht den europäischen Werten Substanz und trägt dazu bei, dass bei Ihnen vor Ort die Demokratie und soziale Gerechtigkeit verbessert wird. Ihre herausragende Initiative setzt die europäische demokratische Bürgerschaft in die Praxis um und hat einen echten, positiven Einfluss auf das Leben ihrer Gemeinschaft und in Europa.“

Perdita Wingerter, Geschäftsführerin und Initiatorin der Kampagne freut sich: „Auch wenn dies nur ein symbolischer Preis ist, so ist es doch eine phantastische Anerkennung für unseren Verein, unsere Überzeugungen und das große Engagement unserer vielen Freiwilligen.“ Ihre persönliche Botschaft der Vielfalt lautet übrigens: „Wirklich tolerant zu sein, ist nicht immer leicht. Toleranz beginnt eigentlich da, wo es anfängt auch ein bisschen „weh zu tun“ – weil z.B. mein Gegenüber anders aussieht, anders redet bzw. andere Meinungen oder Wertvorstellungen vertritt als ich selbst. Wichtig ist, dass wir einander immer auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch begegnen, einander zuhören, miteinander reden und uns austauschen. Und oft entdeckt man dann Gemeinsamkeiten, Fremdes wird zu Bekannten und der eigene Horizont wird weit.“