Maria C. Gräfin Lambsdorff

„Ich fühle mich im Expressionismus zuhause“




Seit einigen Jahren betreibt die in Bogotá geborene Künstlerin Maria C. Gräfin Lambsdorff Atelier und Galerie „arte mia“ in der Passauer Höllgasse.
Maria C. Gräfin Lambsdorff ist sowohl Malerin als auch Bildhauerin. Ihre Arbeiten sind vom Expressionismus geprägt. Er sei die künstlerische Ausdrucksform, in der sie sich zuhause fühle, sagt die Künstlerin.
Ihre gegenständlich-expressiven Bilder wachsen in der Regel langsam von innen nach außen. Lambsdorff bringt all das auf die Leinwand, was sie persönlich berührt. Dabei bedient sie sich eines breiten Themenspektrums: Politische und gesellschaftspolitische Themen wie die Veränderung der Kommunikation der Menschen miteinander durch den Einsatz neuer Kommunikationsmittel in den letzten Jahren spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Thema „Hochwasser“ oder die Stadt Passau.
Charakteristisch für diese Arbeiten ist das Spiel mit Farbe und Kontrasten. Überhaupt spielen Kontraste in ihren Arbeiten eine entscheidende Rolle.
Es gelingt Maria C. Gräfin Lambsdorff immer wieder, ihre Bilder, auch jene mit eher verhalten-dunkler Farbgebung, zum Leuchten zu bringen und dadurch einen Eindruck von Dreidimensionalität entstehen zu lassen. „Ich empfinde meine Bilder als Farbskulpturen“, sagt sie selbst dazu.

Ausnahme zu ihrer eigentlichen Arbeitsweise, bei der die Bilder langsam von innen nach außen reifen, bilden ihre so genannten „Wutbilder“, die direkt nach der Flutkatastrophe spontan entstanden sind.
Wenn auch der Großteil von Lambsdorffs Arbeiten als expressionistisch-gegenständlich betrachtet werden kann, so entstehen durchaus auch abstrakte Arbeiten mit gegenständlichen Elementen, die dem Betrachter eine thematische Hilfestellung liefern. Maria C. Gräfin Lambsdorff arbeitet sowohl in Öl als auch in Acryl, immer wieder auch in Mischtechnik. Das Format – von klein- bis großformatig – wählt die Künstlerin je nach Thema.

Die Titel, die Maria C. Gräfin Lambsdorff ihren Bildern gibt, runden ihre Arbeiten ab, sind sozusagen verbaler Ausdruck des Bildes auf der Leinwand.
Ebenso expressionistisch wie ihre Malerei sind auch ihre bildhauerischen Arbeiten.
Einen Arbeitsschwerpunkt hierbei bilden Portraitbüsten bekannter, aber auch unbekannter Persönlichkeiten. Entscheidend hierbei ist, dass für die Künstlerin ein Gesicht, eine Ausdrucksweise spannend ist. Es geht ihr nicht darum, einfach ein „schönes“ Abbild eines Gesichtes zu schaffen, vielmehr „komponiert“ sie ihre Gesichter und lässt sich hierbei von verschiedenen Bildern und Bildnissen inspirieren. Für die Portraitbüste des Komponisten Fréderic Chopin beispielsweise diente ihr ein Gemälde von Eugène Delacroix als Inspirationsquell.
Das Material für ihre bildhauerische Arbeit ist allerfeinster Ton, den sie zunächst – wie bei keramischen Arbeiten üblich – von innen nach außen modelliert und ihn anschließend von außen nach innen bildhauerisch bearbeitet. Die Arbeiten werden nicht gebrannt, sondern langsam getrocknet und poliert. Dadurch erhalten sie eine glatte, haptisch-sinnliche Oberfläche und erinnern an fein polierten Stein.
Mitunter fertigt die Künstlerin auch Gesichter, die grotesk anmuten, verzerrt sind; dreidimensionale Karikaturen eben. „Alles was ins Groteske, Urmenschliche geht, fasziniert mich“, so Maria C. Gräfin Lambsdorff..


Vita

– geb. in Bogotá, Kolumbien
– Studium der Philosophie und der romanischen Philologie in Bogotá und Göttingen
– Kurse bei den Bildhauern Frerix (Duderstadt) und Eriksen (Göttingen)
– lebt seit 2003 in Passau

Mitglied bei Agon e.V.


Ausstellungen

– Dauerausstellung in der Galerie „arte mia“
– Ausstellungsbeteiligungen in Göttingen und Passau