MARTIN PRASKA | SHORT STORIES

MUSEUM ANGERLEHNER | 13. SEPTEMBER 2020 – 21. FEBRUAR 2021

25.8.2020


Das Museum Angerlehner zeigt ab 13. September 2020 Ölmalerei von Martin Praska aus den letzten
zehn Jahren. In den farbkräftigen und vielschichtigen Werken sind Rückgriffe auf Alte Meister,
Pop Art, Fluxus und Expressionismus sichtbar.


Frommer Applaus (n. Ingres Dürer) | 2015 | 150 x 120 cm | Acryl u. Öl auf Segeltuch | Sammlung Angerlehner

The Secret I left Behind | 2019 | 160 x 200 cm | Acryl u. Öl auf Segeltuch | © Bildrecht GmbH

I Hate Surrealism | 2016 | 120 x 150 cm | Acryl u. Öl auf Segeltuch | Sammlung Angerlehner

Man soll sich vom Titel der Ausstellung nicht irritieren lassen. Es werden keine Kurzgeschichten vorgetragen,
sondern Bilder gezeigt. Vielleicht steckt aber doch eine Absicht dahinter, den Gemeinplatz,
wonach ein Bild angeblich mehr sagt als tausend Worte, so griffig zu formulieren, und die Irreführung
ist reine Kalkulation.

Unsere Betrachtung ist ja selten absichtslos. Zumeist unterliegen wir der Versuchung, einem Kunstwerk
eine bedeutungsvolle Interpretation beizumessen. Das umso mehr, je konkreter, gegenständlicher
und vor allem figurativer es ist. Und Martin Praska ist ein Meister der Figuration und der Gegenständlichkeit.
Aber nicht nur.

In nahezu fotorealistischer Manier tauchen da viele Frauen (und wenige Männer), naturalistisch oder
als kitschige Porzellanfiguren, auf. So penibel ihre Ausführung mit weichen Verläufen, Licht-Schatten-Spielen
und Glanzlichtern ist, so sehr kontrastieren sie mit ihrem Ambiente, den diffusen Räumen
und Landschaften. Denn diese wiederum scheinen einer ganz anderen Malschule zu entspringen. Hier
wird abstrakt gemalt, gekleckert und expressiv gewütet, exakt berechnet, subtil verschmolzen und
akzentuiert. Da werden Bäume und Wälder mit dem Computer verfremdet und als gerasterte, linierte
Schattenrisse auf wilde Untermalungen gesetzt.

Und wie sich Praska bei den unterschiedlichsten Stilarten bedient, so hemmungslos tut er das auch
bei seinen Anleihen aus der Kunstgeschichte. Caravaggio wird da zitiert, ebenso wie Rubens, Ingres
und Dürer. Die alten Meister werden geschüttelt und gerührt, bis ein neuer Cocktail von zeitgenössischer
Malerei zur Verkostung dasteht.
Einfach und simpel ist dabei natürlich nichts. Das Werk ist von anspruchsvoller Komplexität. Es hat
sich über viele Jahre, Wege und Irrwege entwickelt, so der Künstler. Natürlich sind diese Bilder erzählerisch
und mehrdeutig. Damit sind sie auch alles andere als leicht verständlich und schnell kategorisierbar.

Und das mag der Grund sein, warum der gebürtige Baden-Württemberger und Wahlwiener
als hemmungsloser Vollblutmaler noch unterschätzt ist.

Das Museum Angerlehner bietet nun mit Martin Praska und seinen Short Stories nichts weniger
als eine besondere künstlerische Entdeckung.

Indes einen Brückenschlag zu seinem Kollegen Mario Dalpra (und der zeitgleichen Ausstellung
»Be Inspired« im Museum Angerlehner) verbindet Praska mit einem Kompliment: »Würde ich
Skulpturen machen, dann solche wie er.«


BIOGRAPHIE
1963 in Wiesloch (D) geboren
1985 – 1990 Akademie der bildenden Künste Wien
1987: Arbeitsstipendium der Invest Kredit AG
1993: Malersymposium Werfen
1995: Auslandsstipendium Krumau, Tschechien. Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ, Linz
1998: Auslandsstipendium London
1999: Gründung der Künstlergruppe Die halbe Wahrheit (siehe unten)
2002 – 2004: Vorsitzender der IG BILDENDE KUNST
2008: Gründung der Gruppe k2 United Painters


MUSEUM ANGERLEHNER
Ascheter Straße 54
4600 THALHEIM BEI WELS
ÖSTERREICH
T +43 7242 / 224422 0
office@museum-angerlehner.at
www.museum-angerlehner.at

13. SEPTEMBER 2020 – 21. FEBRUAR 2021

SA | 14 – 18 Uhr & SO | 10 – 18 Uhr.


Jeden Sonntag um 15 Uhr:
Führung durch die aktuellen Ausstellungen.

ORF-Lange Nacht der Museen am Sa., 3. Oktober 2020:
Lesung (21.30 Uhr)
Martin Praska liest u. a. aus seinem Buch »Schwarzbuch Frohsinn«.

Während der Dauer der Ausstellung sind ein Künstlerworkshop sowie
ein Künstlergespräch und Rundgang durch die Ausstellung geplant.

Die Ausstellung »Short Stories« wird bis 21. Februar 2021 in den Grafikräumen (Obergeschoß)
des Museum Angerlehner gezeigt.