MONIKA KUS-PICCO | MEDIKAMENTEN BILDER. 2018–2020

MUSEUM ANGERLEHNER | 13. SEPTEMBER 2020 – 21. FEBRUAR 2021

25.8.2020


Das Museum Angerlehner zeigt im Herbstprogramm dieses Jahres bis 21. Februar 2021
österreichweit die erste museale Einzelausstellung von Monika Kus-Picco.


Cotton Candy | 2020 | Medizinische Produkte auf Leinwand | 160 x 170

Hallucigenic | 2019 | Medizinische Produkte auf Leinwand | 100 x 80

Liquides | 2019 | Medizinische Produkte auf Leinwand | 60 x 80

Seit 2018, im Vorfeld der Ausstellung in Paris, arbeitet Monika Kus-Picco ausschließlich mit Medikamenten
als Pigmenten für ihre teils großformatigen, teils mittelformatigen Gemälde. Dabei werden
»abgelaufene« medizinische Produkte und Flüssigkeiten anstelle von industriell hergestellten Malerfarben
und Pigmenten meist auf weißem Grund eingesetzt. Dies verleiht den Bildern – die im Übrigen
wie Leinwandbilder der klassischen Tradition und der modernen Tradition der Abstraktion entstehen –
eine neuartige Farbpalette und eine verblüffende innere Spannung.

Der Umstand, dass es sich um vermalte Medikamente bzw. um Malerei per Medikamente handelt,
bleibt dem Betrachter visuell gegenwärtig und erzeugt eine hochintensive Bildkunst, deren bislang
unbekannte Farbtönungen aus dieser scheinbar malereifremden Ausgangsbasis kommend, eine neue
Form von Schönheit ergeben.
Die Ausstellung war seit längerem in Planung. Sie erhält selbstverständlich durch die gegenwärtige
medizinische und sanitäre Krise eine ungeheure Aktualität.

Die Ausstellung wird spezifisch für den großen Ausstellungsraum des Museum Angerlehner gestaltet,
mit mehreren für die Raumsituation konzipierten, monumentalen Bildern und zwei Hörstationen,
Räumen im Raum, an denen die Besucherinnen und Besucher die Künstlerin zu ihren Motivationen,
Anregungen und durchaus autofiktionellen Bezügen akustisch wahrnehmen können.

ARTIST STATEMENT

Seit 2018 arbeite ich ausschließlich mit abgelaufenen medizinischen Produkten und Flüssigkeiten.
Die in der Ausstellung gezeigten, vorwiegend großformatigen Arbeiten werden ausschließlich diese
Werkgruppe betreffen. Basierend auf der Farbenlehre in der Medizin, wie beispielsweise der Körpersaftlehre,
werden Fragen aufgeworfen.
Insbesondere das Werk »American Beauty vs Covid 19« thematisiert Gesundheit und Schönheit.
Schönheit als Gesundheitsversprechen? Das ist gerade in Amerika ein starkes Thema, das es in Zeiten
von Covid 19 zu hinterfragen gilt.

Gemeinsam ist allen Bildern, dass die zum Einsatz kommenden Produkte nicht mehr zur Verwendung
vorgesehen sind, da sie das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten haben. Somit werden sie einer
neuen Verwendung zugeführt und recycelt. Es wird konkretes Material mit tiefer assoziativer Bedeutung
eingesetzt. Das pharmazeutische Material wird zerrieben, pulverisiert und als Farbpigment eingesetzt.
Die Farben verbergen ein Geheimnis, die Wirkung des Medikaments und sie versprechen mit
ihrer Farbwirkung Hoffnung auf Heilung.


BIOGRAPHIE

Die Künstlerin, geboren 1973 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.
Monika Kus-Picco studierte bei Adolf Frohner an der Universität für angewandte Kunst, bei Herbert
Brandl an der Kunstakademie Düsseldorf, sowie ganz wesentlich bei Hermann Nitsch, der sie als eine
unverhoffte Fortsetzerin seines Oeuvres in eine unerwartete Richtung erachtet. Hermann Nitsch wird
auch durch einen schriftlichen Beitrag über die Künstlerin in der Ausstellung vertreten sein.
Sie wurde durch zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen bekannt, zuletzt durch einen großen
Ausstellungserfolg in Paris bei »4 x 4«, einer von vier namhaften Kuratoren in Paris nominierten
Schau wesentlicher Talente unserer Zeit (Galerie RX, Paris-Marais, mit einer Fortsetzung bis heute
in der Residenz des österreichischen Botschafters in Paris und in der
österreichischen Botschaft in Brüssel).

2002 – 2005: Studium an der Universität für Angewandte Kunst bei Adolf Frohner
2006: Studium bei Hermann Nitsch
2002 – 2007: Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien
2018 – 2019: Kunstakademie Düsseldorf bei Herbert Brandl


MUSEUM ANGERLEHNER
Ascheter Straße 54
4600 THALHEIM BEI WELS
ÖSTERREICH
T +43 7242 / 224422 0
office@museum-angerlehner.at
www.museum-angerlehner.at

13. SEPTEMBER 2020 – 21. FEBRUAR 2021

SA | 14 – 18 Uhr & SO | 10 – 18 Uhr.

Jeden Sonntag um 15 Uhr: Führung durch die aktuellen Ausstellungen.

ORF-Lange Nacht der Museen am Sa., 3. Oktober 2020:
Kunstaktion (20.00 Uhr)
Monika Kus-Picco gestaltet live ein Kunstwerk und gibt so Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.
Während der Dauer der Ausstellung sind ein Künstlerinworkshop sowie ein Künstleringespräch und ein Kuratorenrundgang mit Robert Fleck durch die Ausstellung geplant.

Die Ausstellung »Medikamentenbilder« wird bis 21. Februar 2021 in der großen Ausstellungshalle (Erdgeschoß) des Museum Angerlehner gezeigt.