Oby’s Opinion

Aus der Verlosung gefallen

5.6.2020


Die durch die Corona-Krise schwer gebeutelte Kreativwirtschaft
muss sich nicht nur mit den existentiellen Lockdown-Problemen
herumschlagen, sondern auch mit dem wiehernden bürokratischen Amtsschimmel. Bei der großspurig verkündeten Hilfe für Künstler und Freischaffende handelt es sich bei näherem
Hinsehen um einen Rohrkrepierer, der die meisten der
Betroffenen in eben jene Röhre schauen lässt.

Waren schon die KfW-Kredite für viele Firmen in unerreichbare
und unrealistische Ferne gerückt, so fiel die Umsetzung der
versprochenen 1000 Euro im Monat für die Künstler (drei Monate
lang) für die meisten Berechtigten schlichtweg wegen bürokratischer Fallen ins Wasser.

Das ist beschämend. Zumal wenn man sieht, wie anderen,
größeren Unternehmen wirklich geholfen wird. Ist uns die Kultur
denn nicht genau so viel wert wie unsere Autos? Das Arbeitsplatzargument zählt hier eben nicht:

Hatte doch, laut einer Studie der IHK, die Kreativwirtschaft
2017 sogar mehr Beschäftigte als die verhätschelten und
betrügerischen Blechkarossenschneidereien.

Der nun stattfindende Lockerungsprozess hilft den Kreativen,
vor allem im Eventbereich, kaum, können sie doch unter den
geltenden Hygienevorschriften nicht kostendeckend arbeiten
und zahlen womöglich bei jedem Auftritt drauf.

Es ist wie so oft: Kunst und Kultur erscheinen als zu weiche
Wirtschaftsfaktoren, die leicht hinten runter fallen können. Doch
lebt der Mensch nicht vom Brot allein!

Hier ein, zugegebenermaßen nicht ganz ernst zu nehmender
Vorschlag: Verlost die Karten! Man könnte die Lose en gros und
in Block verkaufen: 10 Lose für 10 Veranstaltungen für den Preis
von einer. Bei irgendeiner wird es dann schon klappen. So wäre
allen ein wenig geholfen und die glücklichen Gewinner können
dann ja den anderen erzählen, wie es war.

Jack Oby & die INNSIDER