Oby’s Opinion

Ein Brückenratschlag

PASSAU | 30.9.2021


Brücken zu schlagen ist in diesen Zeiten immer ein löbliches Vorhaben. Und in einer Stadt mit drei Flüssen ist das naturgemäß immer wieder eine fast überlebenswichtige Aufgabe. Nun soll es aktuell also eine Radlerbrücke sein.

Über den Inn in den innseitigen Stadtteil zu kommen, ist nicht nur mit dem Fahrrad manchmal eine langwierige und durchaus nicht ungefährliche Angelegenheit. Das aber ist als Radlfahrer in Passau nicht nur bei der Querung der Flüsse so! Viele Radwege, wenn man bei einfach auf die Straße gemalten Begrenzungslinien von Radwegen sprechen will, enden im Nichts. Es geht schlicht einfach nicht weiter! Man landet wieder an einem ungeschützten Straßenrand. Es gibt einfach kein klar ersichtliches und geschlossenes Radwegenetz in der Dreiflüssestadt.

Als Startpunkt des weltweit beliebtesten Radweges von Passau nach Wien ist das schon seit Jahren ein beschämendes Bild. Zwar gibt es seit zwei Jahren ein Radverkehrskonzept, dessen Umsetzung und Verwirklichung aber auf sich warten lässt. Hier wäre eine höhere Tretfrequenz sehr wünschenswert.
Dabei gibt es viele Ecken und eben Enden, an denen kleine Maßnahmen, wie auffälligere Beschilderungen, Absenkung von Bordsteinen, Doppelnutzung von Bürgersteigen etc. etc., die dem Radfahrer, dem ja eine wichtige Rolle bei der Mobilitätswende zukommen soll, das Fahren erleichtern könnten und das sehr schnell.

Stattdessen werden teure Großprojekte geplant, wie z. B. der Radeltunnel durch den Georgsberg, der mit einem Bürgerentscheid als zu teuer und wenig nutzbringend abgelehnt wurde.
Hier wird wertvolle Zeit mit der Beschäftigung mit Prestigeprojekten vertan, statt sich mit den, sicher auch nicht billigen, kleinteiligen Lösungen zu beschäftigen, die aber dem Radfahren in Passau insgesamt besser und schneller dienlich sein könnten. Insgesamt kann man sich nur wünschen, dass bestehende Konzepte mit Hochdruck umgesetzt werden und der Umstieg vom Auto auf das Rad erleichtert wird.