Oby’s Opinion

"Mit`m Reden kommen die Leut` z`amm!"


Den angeblich von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt stammenden Satz: Wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen, erweitert der Passauer Stadtrat nun dahingehend, dass er gleich eine ganze Uniklinik bauen will. Leider haben sich die Passauer Räte, allesamt Befürworter, scheinbar nicht mit dem Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich abgesprochen, der die „Niederbayerische Medizinische Fakultät“ nun in Kooperation mit der Privatuni Krems in Metten bei Deggendorf errichten will. Außerdem wäre es meiner Meinung nach besser, sich noch intensiver mit dem Ausbau Technik+ zu befassen. Das scheint realistischer. Wie heißt es so schön: Mit`m Reden kommen die Leut` z`amm! Nach dem
Wahlkampf hat sich dieses Thema dann wohl sowieso erledigt.

Reden wollen die Passauer dann doch. Über ein Konzept für die Konzerthauswiese in der Neuen Mitte. Allerdings fällt ihnen da nichts Besseres ein, als ein Biergarten. Sozusagen eine „Daueroidedult“. Davon haben wir ja noch nicht genug. Ein interessanterer Gesprächsstoff wäre da doch vielleicht der erste Entwurf für die Neugestaltung des Spitzbergs, den die Uni nun vorgelegt hat. Aber das scheint ja weniger wichtig zu sein. Dabei wird hier eine Jahrhundertchance zur innerstädtischen Entwicklung mal eben so en passant vergeben.
Warum werden die Zweckbauten der Unierweiterung nicht auf die sogenannte Konzerthauswiese verlegt? Dort passen sie zum Ensemble. Und warum wird die städtebauliche Ikone Spitzberg nicht mit einem fulminanten Kulturbau belebt? Das wäre viel sinnvoller und zielführender.

Ein anderer Patient hat sich dieser Tage auch zurückgemeldet. Die EW-Führung präsentierte ein Konzept für die Festspiele 2019. Mit einem kommissarischen künstlerischen Leiter Dr. Carsten Gerhard, der ein sehr durchdachtes und, vor allem dem sehr politischen Gründungsgedanken der EW entsprechendes, Grundkonzept vorlegte. Bemerkenswert auch der Vorschlag von Beirats- und Ex-IHK-Chef Walter Keilbart, grundsätzlich die Intendanz in Finanz- und künstlerische Leitung aufzuteilen. Man darf auf die weiteren Diskussionen gespannt sein. Der Patient gibt jedenfalls ein hoffnungsvolles Lebenszeichen von sich. Leider zuckte bei der Infoveranstaltung auch wieder das alte Leiden von Neid, Missgunst und persönlicher Befindlichkeit auf.