“Ok, Dampf abgelassen – aber jetzt gehen wir bitte wieder sachlich miteinander um!”

„Die Angerer“ zu den Angriffen aus dem Landkreis

„Dass die sechs Bürgermeister aus dem nördlichen Landkreis jetzt mal ordentlich Dampf abgelassen haben, das gehört auch zu einer leidenschaftlichen Diskussion, aber jetzt sollten wir wieder zu einer sachlichen und ergebnisorientierten Auseinandersetzung kommen,“ sagt „Angerer“-Sprecher Max Moosbauer zu den heftigen Vorwürfen der Bürgermeister an die Adresse der „Angerer“ und an die des Passauer Oberbürgermeisters Jürgen Dupper. „Allerdings sind den sechs Bürgermeistern in der Hitze des Gefechts doch einige unrichtige Darstellungen unterlaufen, wo es sich doch lohnt, sich noch einmal damit zu beschäftigen.“

Beim Thema Lkw-Durchfahrtsverbot liegen die Bürgermeister um Hermann Baumann (Hutthurm) schon deutlich daneben, wenn sie über OB Dupper schimpfen, der “mit einem Lkw-Fahrverbot am Anger vorgeprescht sei”:
„Da sind gleich zwei Fehler in einem Satz,“ schmunzelt Moosbauer – es geht nämlich ganz genau um ein Verbot für Schwerlaster im Durchgangsverkehr, etwa 400 Laster, und nicht um ein allgemeines Lkw-Verbot das über 2.000 Fahrzeuge treffen würde. Und weiter, niemand ist da „vorgeprescht“, denn bereits 2014 haben die ÖDP-Stadträte Kastner und Robl dies bei der Staatsregierung gefordert, 2015 die „Angerer“ ihre Eingabe nach München geschickt und im gleichen Jahr hatten sechs von sieben Stadtratsfraktionen dies ebenfalls unmissverständlich gefordert.
„Oberbürgermeister Dupper hat mit seinem Schreiben an das Verkehrsministerium diese Forderung noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Und ein Oberbürgermeister, der dies nach mehreren dramatischen Unfällen mit Verletzten, beinahe täglichem Stauchaos in seiner Stadt nicht machen würde, der müsste eigentlich seinen Hut nehmen,“ sagt Max Moosbauer.

Gerade die Unfälle vor den Haustüren der „Angerer“ geben der Forderung nach diesem Durchfahrtsverbot recht: Meist sind die Verursacher ortsfremde Schwerlaster, die in letzter Sekunde Spurwechsel einleiteten. Moosbauer: „Und da fragen wir uns schon zu Recht, warum sollten diese Laster nicht auf die eigens dafür geschaffene Nordumfahrung, dem Autobahnzubringer Hutthurm-Aicha, umgeleitet werden.“ Zumal diese den Ausbaustandard einer Bundesstraße (mindestens 10.000 Fahrzeuge) habe und mit 9.500 Fahrzeugen täglich sogar darunter bliebe.“
Einig sind sich die „Angerer“ mit den Bürgermeistern darüber, dass dieses Thema in das Dialogforum gehört. Moosbauer: „ Da schütten sie bei uns Wasser in die Donau! Nur, bei dem bisherigen Arbeitstempo sitzen wir am Sanktnimmerleinstag immer noch ohne Ergebnisse da. Deshalb haben wir schon vor über einer Woche eine deutlich schnellere Gangart beantragt!“

Wörtlich heißt es in diesem Antrag an das Leitungsgremium des Dialogforums:
„Die Zeitspanne zwischen der ersten und zweiten Sitzung betrug vier Monate, die zwischen der zweiten und dritten Sitzung ebenfalls und sollte die nächste Sitzung tatsächlich im März stattfinden, dann sprechen wir dabei von einem halben Jahr. Bei einer durchschnittlichen Sitzungsdauer von etwa zwei Stunden heißt das, wir haben in einem Jahr gerademal sechs Stunden an der drängenden Verkehrsproblematik gearbeitet! Keine Frage, bei diesem Arbeitstempo können wir der rasanten Entwicklung nur hoffnungslos hinterher hinken. Dies ist ein absolut unhaltbarer Zustand und den staugeplagten Menschen in unserer Region gegenüber nicht vermittelbar.
Deshalb beantragen wir:
a) dass die Zeitspanne zwischen den Sitzungen auf zwei Monate verkürzt wird und nur in begründbaren Ausnahmefällen (wie Sommerferien usw.) auf drei Monate verlängert werden darf,
b) der nächste Sitzungstermin im Zeitfenster der zweiten Monatshälfte Februar stattfindet.”

„Wir werden noch einige Anträge einbringen, um die Sacharbeit zu beschleunigen,“ kündigt Moosbauer an. Allerdings, „wir lassen uns in diesem Zusammenhang aber auch ungern vorwerfen, uns nicht an Verabredungen zu halten.“ Denn bei dieser angesprochenen Verabredung geht es ausschließlich um die Vertraulichkeit der Dialogforumssitzungen und nicht um allgemeine und grundsätzliche Äußerungen zur Verkehrsproblematik.

Bürgermeister Baumann zielte damit offenbar auf die kürzliche Angerer-Veranstaltung im Oberhaus-Restaurant zu deren Verkehrskonzept und der „Stadt-Tunnel-Vision“ ab. Moosbauer: “Abgesehen davon, dass wir uns selbstverständlich immer dann zu Wort melden, wenn wir das für richtig und wichtig halten, würde ich doch gerne in Erinnerung rufen: Bürgermeister Baumann hatte sich drei Tage vor unserer Veranstaltung zu Wort gemeldet (PNP v. 16.11.18 „Hutthurm wehrt sich gegen zunehmenden Verkehr“) und Alt-Bgm. Anetseder zwei Wochen davor (PNP 07.11.18 „Nordumfahrung und Donaubrücke als Einheit“).“

Max Moosbauer, für „Die Angerer“