Gründungsförderung an der Uni Passau

PATEC: Uni Passau wird „Entrepreneurial Campus“

23.10.2020


Eignet sich meine Idee für eine Unternehmensgründung? Wie entwickle ich ein Geschäftsmodell? Wo finde ich Zugang zu einer Finanzierung? Mit solchen und ähnlichen Fragen wenden sich Studierende zunehmend häufiger an die Gründungsförderung am Transferzentrum der Universität Passau – viele von ihnen nicht nur mit hohem Interesse, sondern auch mit aussichtsreichen Konzepten, die die ganze Vielfalt der Fachbereiche und Persönlichkeiten spiegeln. Dieses Potential möchte die Universität Passau nun im Rahmen des Projekts „Passau – The Entrepreneurial Campus“ (PATEC) gezielt heben und sich so zu einer echten Gründungsuni entwickeln.

Das zum 1. September 2020 bewilligte Projekt wird im Rahmen des BMWi-Programms „EXIST-Potentiale“ für vier Jahre mit knapp zwei Millionen Euro gefördert. Ziel des Programms ist die Förderung einer wahrnehmbaren und aktivierenden Gründungskultur an Hochschulen sowie die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen für innovative und wachstumsstarke Start-ups aus der Wissenschaft. Mittelfristig schafft EXIST-Potentiale in der jeweiligen Region zukunftssichere Arbeitsplätze.

„Die Universität Passau entwickelt sich zu einer lebhaften Gründungsuni. Neuartig und besonders erfolgreich sind ihre beiden, fakultätsübergreifenden Zertifikatsprogramme zum Thema „Digital Technology und Entrepreneurship“, betont Präsident Prof. Dr. Ulrich Bartosch. „Die in PATEC geplanten Aktivitäten steigern die bereits seit 2013 durch die Gründungsförderung am Transferzentrum und an der Universität bestehende Dynamik in der Unterstützung und Ausbildung gründungsinteressierter Studierender.“

„So sind Aktivitäten geplant, die sich an Studierende aller Fakultäten richten und thematisch offen sein werden. Verstärkt sollen jedoch digitale Gründungen angeregt werden, die gleichzeitig einen nachhaltigen Anspruch haben, bei denen also die Schaffung sozialer, kultureller und ökologischer Werte verfolgt wird“, erläutert Dr. Günther Hribek, Geschäftsführer am Transferzentrum der Universität Passau. Eine weitere große Rolle soll das Thema Interkulturalität spielen. Dabei möchte PATEC Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und insbesondere studentische Gründerinnen ansprechen und motivieren.

Um in dieser Breite agieren zu können, ist das Transferzentrum sowie zahlreiche Lehrstühle und Institute aller Fakultäten am Projekt beteiligt, darunter Prof. Dr. Christoph Barmeyer, Prof. Dr. Suleika Bort, Prof. Dr. Dr. Peter Abteilung Kommunikation und Marketing Fonk, Dr. Annekatrin Meißner, Prof. Dr. Granitzer, Prof. Dr. Carolin Häussler, Prof. Dr. Andreas König, Prof. Dr. Kai von Lewinski, Prof. Dr. Susanne Mayr, Prof. Dr. Jan H. Schumann und Prof. Dr. Dirk Totzek.

Im Detail sieht das Projekt PATEC vor, Studierende auf ihrer Gründungs-Reise von der Vorgründungsphase über den Markteintritt bis hin zur Frühfinanzierung durch Beratung und laufende Betreuung zu unterstützen. So sollen Ideen gemeinsam geprüft, Fördermöglichkeiten eruiert und praktische Tipps für eine BusinessplanErstellung gegeben werden.

Symbolbild: Universität Passau

Dazu werden neben der Gründungsförderung der Universität Passau auch Alumni, die selbst Unternehmen gegründet haben, ihre Erfahrungen teilen. Zudem steht u.a. mit dem INN.KUBATOR Passau, der BayStartUp GmbH, der Hans Lindner Stiftung, der IHK Niederbayern, der HWK NiederbayernOberpfalz, erfahrenen Coaches, Mentorinnen und Mentoren sowie Investorinnen und Investoren ein etabliertes regionales Gründungsnetzwerk zur Verfügung.

Um im Vorfeld Studierende für das Thema Entrepreneurship zu sensibilisieren, werden personen- und veranstaltungsbezogene Formate eingesetzt. „So sollen Gründungsbotschafterinnen und -botschafter die Bedeutung des Themas Entrepreneurship kommunizieren. Eine gründungsaffine Community soll dabei helfen, Gründungsinteressierte direkt zu erreichen und untereinander zu vernetzen“, sagt Gründungsberaterin Helene Schneider. Spezielle Ideation-Workshops helfen den Studierenden bei der Entwicklung von ersten Ideen. Im Bereich der Qualifizierung widmen sich Start-up-Hubs den Schwerpunkten „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit“, „Interkulturalität“ und dem übergreifenden Thema „Business Models“.

„Start-up-Hubs bringen Gründungsinteressierte, erfahrene Gründerinnen und Gründer sowie Expertinnen und Experten im Startup-Ökosystem zusammen, um gemeinschaftlich gründungsbezogene Themen und Projekte anzuschieben“, so Prof. Dr. Carolin Häussler. Außerdem seien eine speziell auf verschiedene Zielgruppen zugeschnittene Lehrveranstaltung mit dem Titel „Einführung in das Unternehmertum“ und eine Begleitung durch die Law Clinic des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht vorgesehen. Daneben sollen Startup-Weekends organisiert werden, die praxisnah von der Ideenfindung bis zum Pitch Kompetenzen vermitteln.