Prix Ars Electronica 2018

Die Gewinner und Gewinnerinnen

Insgesamt zählte der Prix Ars Electronica dieses Jahr 3.046 Einreichungen aus 85 Ländern. Mit 1.074 Projekten gab es in der Kategorie Interactive+ die meisten Einreichungen. Überreicht werden die Goldenen Nicas traditionell im Rahmen der großen Ars Electronica Gala am 7. September 2018 im Linzer Brucknerhaus. Eine Auswahl der besten Arbeiten des diesjährigen Prix Ars Electronica werden in der CyberArts-Schau im OK OÖ Kulturquartier präsentiert, in den ebenfalls hier stattfindenden Prix-Foren erörtern alle GewinnerInnen ihre künstlerischen Perspektiven und Projekte.

Das belgische KünstlerInnenduo LarbitsSisters, die Digital Community Bellingcat, die französische Künstlerin Mathilde Lavenne und die Wiener Schüler Lorenz Gonsa, Martin Hatler, Samuel Stallybrass und Vincent Thierry gewinnen die Goldenen Nicas des Prix Ars Electronica 2018. Die Goldene Nica in der Kategorie Visionary Pioneers of Media Arts geht an die Leonardo-Community.

Foto: larbitslab


LarbitsSisters (BE): BitSoil Popup Tax & Hack Campaign

INTERACTIVE ART+
Goldene Nica

BitSoil ist das “Schwarze Gold” unserer Zeit, Jeder Klick, jeder Tweet, jeder Post generiert Daten, die verkauft werden. Mehr als 2,5 Trillionen Bytes an Daten entstehen heute täglich, jede/r einzelne von uns steuert 600 bis 700 Megabyte dazu bei. Gegen kostenlose Services tauschen wir diese Daten mit Google, Apple, Amazon, Facebook und Co, die diese Daten zu Geld machen. Sehr viel Geld. Die Digital Economy setzt Milliarden um und sie konzentriert diese Gewinne in den Händen einiger weniger. Eine völlig unbefriedigende Situation, meinen LarbitsSisters und initiierten die BitSoil Popup Tax & Hack Campaign.

Foto: Bellincat

Bellincat

DIGITAL COMMUNITIES
Goldene Nica

Ob die Machenschaften mexikanischer Drogenbarone, der Abschuss von MH17 oder Kriegsverbrechen wie jene in Syrien – Bellingcat bündelt Open Source- und Social Media-Recherchen von Citizen-Journalists und vernetzt diese untereinander. Neben der Publikation und Verbreitung von Artikeln und Reportagen, bietet Bellingcat Anleitungen und Guides für all jene, die ebenfalls als Citizen-Journalists aktiv werden wollen. Die Nutzung von Open Source und Case-Studies soll damit weiter verbreitet und dabei vor allem jene Organisationen adressiert werden, die sich der Archivierung und Sicherung von Fakten und Beweisen widmen, die für die gerichtliche Aufarbeitung von Kriegen und Kriegsverbrechen sowie organisierter Kriminalität relevant sind.

Foto: Mathilde Lavenne

Mathilde Lavenne (FR): TROPICS

COMPUTER ANIMATION
Goldene Nica

Mit der Animation TROPICSbegibt sich die französische Künstlerin Mathilde Lavenne auf eine visuell eindrucksvolle Spurensuche nach einer längst untergegangenen Zivilisation. Schauplatz ist die mexikanische Provinz Veracruz, genauer Jicaltepec am Rio Filobobos. Sie wirft einen ungewohnten Blick auf das heutige Jicaltepec. Sie nutzte dafür einen FARO Scanner – eine Technologie, wie sie ArchitektInnen üblicherweise verwenden, um dreidimensionale Bilder von Gebäuden anzufertigen.

Foto: Five Hours of Sleep

Für ihr Video-Game Levers and Buttons erhalten Lorenz Gonsa, Martin Hatler, Samuel Stallybrass und Vincent Thierry aka Five Hours of Sleep die Goldene Nica des Prix Ars Electronica 2018.

u19 – CREATE YOUR WORLD
Goldene Nica

Levers and Buttons ist ein Video-Game, genauer ein asymetrisches, kooperatives VR-Puzzle für zwei SpielerInnen. Ein/e SpielerIn steuert einen Charakter im zweidimensionalen Raum, die/der andere agiert in der virtuellen Realität. Beide sind auf einem Raumschiff stationiert, das Feuer gefangen hat und vor dem Ausbrennen bewahrt werden soll. Die/der SpielerIn in der virtuellen Realität, muss Rätsel lösen, um das Feuer zu löschen und wird dabei von seiner/m MItspielerIn unterstützt. Alles im Spiel dreht sich um die Kommunikation zwischen den SpielerInnen. Levers and Buttons ist ein für unerfahrene und erfahrene VR-AnwenderInnen gleichermaßen geeignet.