Rekordjahr 2018 für den Linzer Tourismus

Linz knackt den Nächtigungsrekord

Linz knackt den Nächtigungsrekord: Erstmals verzeichnet der Linz Tourismus mehr als 800.000 Nächtigungen. Auch die Ankünfte sind weiter gestiegen. Zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadtjahr Linz09 wurde 2018 zum Rekordjahr. Mit diesem Erfolg startet der Tourismusverband Linz in das Jubiläumsjahr, für das der passende Schwerpunkt „Zukunft“ gewählt wurde.


Ansicht UNESCO City of Media Arts Linz, Donau © Johann Steininger

Erstmals weit mehr als 800.000 Nächtigungen

Der Linz Tourismus ist mit dem Ergebnis für 2018 sehr zufrieden:
Mit 822.431 Übernachtungen konnten die Werte im Vergleich zum Jahr 2017 (784.677 Nächtigungen) gleich um 4,8 Prozent gesteigert werden. Und auch bei den Ankünften wurde mit 507.303 und einer Steigerung von 3,5 Prozent ein neuer Rekord aufgestellt.

Manfred Grubauer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Linz, freut sich über das positive Ergebnis: „Den Rekord von 800.000 Nächtigungen zu knacken, ist ein schöner Erfolg. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, einer davon ist sicher auch die florierende Wirtschaft. Gleichzeitig hat sich Linz seit dem Kulturhauptstadtjahr vor zehn Jahren sehr gut entwickelt und das damalige Potential genutzt. Der Tourismus hat konsequent mit der Botschaft ,Linz verändert‘ gearbeitet, regionale sowie überregionale Netzwerke aufgebaut und den Markenkern der Stadt immer wieder verdichtet und weiterentwickelt. Die Auszeichnung von Linz als European Capital of Smart City in Cultural Heritage und Creativity war zuletzt ein wichtiger Meilenstein.“
Und Tourismusdirektor Georg Steiner ergänzt: „Die touristischen Interessen, um Städte zu besuchen, werden vielfältiger. In Linz haben wir es geschafft, eine gewisse Faszination mit neuen und mutigen Themen zu verbreiten. Gäste, Gruppenreisen und Journalisten sind begeistert, wenn sie hier sind und verbreiten in Folge diesen Enthusiasmus. Wir haben seit 2009 versucht, ein authentisches Bild der Stadt zu zeichnen. Und Linz attraktiv in Wert zu setzen, ohne dass sich die Stadt ,verbiegen‘. Veränderung, Zukunft und neue, innovative Kulturformate prägten die Programmierung der Kulturhauptstadt Europas 2009. Dem Anspruch, mittels Kultur, neuer Formate die Zukunft zu gestalten, ist Linz treu geblieben. Dazu passend haben wir auch das diesjährige Jahresthema mit ,Zukunft‘ ausgewählt.“

Sattes Plus im Winter

Manfred Grubauer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Linz, (l.) mit dem EU-Award und Tourismusdirektor Georg Steiner freuen sich über den Nächtigungsrekord. ©TVL

In absoluten Zahlen bedeutet das Ergebnis ein Plus von 37.754 Nächtigungen. Auch in einzelnen Monaten wurden 2018 Rekordzahlen geschrieben. So gab es im April, Juni, September, November und Dezember so viele Nächtigungsgäste wie noch nie zuvor. In den vergangenen Jahren wurden seitens Tourismus verschiedene Akzente und Maßnahmen gesetzt, um die Nächtigungen in den Wintermonaten weiter anzukurbeln, was sich jetzt auch in den Zahlen niederschlägt. Darunter sind etwa das attraktive Angebot „Zu Gast in deiner Stadt“ oder die Weiterentwicklung des Linzer Advents gemeinsam mit der Stadt Linz. Hier die Zahlen der auslastungsschwächeren Winter-Monate (Vergleich 2017-2018):

• Jänner:
47.669 Nächtigungen; + 2336 Nächtigungen, + 5,2 %

• Februar:
48.019 Nächtigungen; + 4005 Nächtigungen, + 9,1 %

• November:
67.320 Nächtigungen; + 5373 Nächtigungen, + 8,7%

• Dezember:
63.174 Nächtigungen; + 3240 Nächtigungen, + 5,4%

Immer mehr Österreicher reisen nach Linz

Besonders groß ist der Zuwachs der Gäste aus Österreich mit einem Plus von 42.706 Nächtigungen auf insgesamt 408.074. Die gezielte Fokussierung im Marketing auf den österreichischen Markt macht sich mit einer Steigerung von 9,8 Prozent positiv bemerkbar.
„Vor allem aus Wien haben wir mit insgesamt mehr als 100.000 Nächtigungen ein gutes Ergebnis und können einen Anstieg der Gäste aus der Bundeshauptstadt verzeichnen. Aber auch die Besucher aus den anderen Bundesländern haben weiter zugelegt. Hohe Zuwachsraten bei den Nächtigungen gab es vor allem bei Gästen aus dem Burgenland, Salzburg und Tirol. Zudem wissen wir aus den Beratungen in der Tourist Information, dass zusätzlich sehr viele Besucher nur für einen Tag nach Linz kommen“, erklärt Grubauer.

Bei den Gästen aus dem Ausland führen die Deutschen mit 170.518 Nächtigungen und damit einem leichten Plus weiterhin die Statistik an. In der Kommunikation war der deutsche Markt für Linz ganz wesentlich. So hatte Österreich im zweiten Halbjahr 2018 die EU-Ratspräsidentschaft inne und ist damit in die europäische Öffentlichkeit gerückt. Diesen positiven Effekt hat der Linz Tourismus in der Kommunikation weiter verstärkt und eine eigenes Linz-Magazin im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in Deutschland beigelegt.
International gesehen entwickeln sich die Herkunftsmärkte stabil. Während die Nächtigungen aus China in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, haben sie sich nun auf einem konstant hohen Niveau eingependelt. Damit zählt das Land zu einem der wichtigsten Herkunftsmärkte auf Platz drei hinter Italien.

Top-Ten-Nächtigungszahlen nach Herkunftsland (ohne Österreich)

Großveranstaltungen und Kongresse bringen Nächtigungen

Neben zahlreichen Veranstaltungen fanden 2018 mehrere hunderte Tagungen und Kongresse statt. Der Linz Tourismus agiert hier in der Akquise und bei der Unterstützung diverser Fachveranstaltungen. Zu den größten mehrtägigen Kongressen zählten:

• ROBOCUP Junior Austrian Open, 12. bis 14. April

• SAP Forum, 25. bis 26. April

• Ruder-Weltcup in Linz-Ottensheim, 21. bis 24. Juni

• IFA 2018 Fistball Women’s World Championship Austria | Faustball WM Frauen, 24. bis 28. Juli

• Ingress Mission Day, 24. bis 26. August

• AGA Kongress (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie), 13. bis 15. September

• Tagung des EU-Energieministerrats, 17. bis 18. September

• COPA Kongress, 10. bis 11. Oktober

• 42. Jahrestagung ÖGP für Pneumologie und 2. Jahrestagung ÖG für Thoraxchirurgie, 18. bis 20. Oktober

• Seamaster ITFF World Tour Hybiome Austrian Open, 6. bis 11. Novmber

• TravelCulture – Kultur und Tourismus im Dialog, 8. November

• Silvestershow TipsArena Linz, 30. bis 31. Dezember (Ausstrahlung im ORF, SRF, Ersten)

Rund 1,4 Millionen Nächtigungen im Großraum Linz

Hoch erfreulich ist auch die steigende Bettenauslastung der Linzer Hotels. So waren die Nächtigungsbetriebe im Jahr 2018 im Durchschnitt zu 44,7 Prozent gebucht. Eine hohe Auslastung unterstrich bereits zur Jahresmitte die Österreichische Hoteliervereinigung in ihrem Quartalsbenchmark anhand ihrer eigenen Zahlen. Linz lag dem Bericht zufolge mit einer Auslastung von 71 Prozent auf Platz drei hinter Salzburg (74 %) und Innsbruck (72 %).
Auch der gesamte Großraum Linz profitiert von der positiven Entwicklung. Die Zahlen des Oberösterreich Tourismus für die Bezirke Linz-Land und Urfahr-Umgebung liegen erst bis September 2018 vor. Eine erste Hochrechnung aufs gesamte Jahr für diese Region (mit der Stadt Linz) ergibt rund 1,4 Millionen Nächtigungen und somit ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zu 2017.

2019 wird „Zukunft“ zum touristischen Jahresthema

Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2009 stellt der Linz Tourismus jedes Jahr unter ein bestimmtes Thema. 2019 haben die Tourismusverantwortlichen in Abstimmung mit den Museums- und Kulturvertretern den Schwerpunkt „Zukunft“ gewählt. „Der Impuls von Linz09 wirkt bis heute nach, und wir wollen ihn im Zusammenwirken von Kunst, Kultur und Tourismus zehn Jahre danach neu beleben. So blicken wir auf dieses tolle Jahr weniger nostalgisch zurück, sondern nehmen es zum Anlass, über die Zukunft der Kultur, aber auch die Zukunft des Tourismus nachzudenken und zu Linz passende Akzente zu setzen“, erklärt Georg Steiner.

Der Slogan „Linz verändert“ nahm 2009 seinen Anfang. Das Jahr war ein besonderer Wendepunkt. Beeindruckend ist die Liste der damaligen Neueröffnungen vom Schlossmuseum, der voestalpine Stahlwelt über das Ars Electronica Center oder der bis zum Hauptplatz verlängerten Pöstlingbergbahn. Ein weiterer „Nachlass“ von Linz09 ist das Musiktheater, das 2013 eröffnet wurde und zu den modernsten Opernhäusern Europas zählt. Die Ideen, Projekte und Initialzündungen von damals begeistern bis heute die Besucher und die Bewohner. Basierend auf dieser Entwicklung geht Linz weiter in die Zukunft. Ganz bewusst wurde daher dieses Thema als Jahresthema ausgewählt. Keine Rückschau in die Vergangenheit soll 2019 zelebriert werden. Im Gegenteil: Nur der stetige Vorwärtsblick hat Linz zu dem gemacht, was die Stadt heute ist. Die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen zehn Jahre, basierend auf dem Kulturhauptstadtjahr, ist auch in den nächsten Jahren möglich und realistisch. Dem Anspruch, mittels Kultur, mittels neuer Kulturformate Zukunft zu gestalten ist Linz treu geblieben:

• Der „Höhenrausch“ hat sich immer wieder neu erfunden und verzeichnet mittlerweile mehr als eine Million zahlende Besucher. Am 24. Mai geht dieses Jahr der Sinnesrausch in eine neue Runde.

• Die Tabakfabrik prägt den Innovationsstandort Linz mit einer enormen Anziehungskraft für Unternehmen aus dem digitalen Umfeld, aber auch mit kulturellen „Startups“, wie dem Valie Export Center oder der „Schule des Ungehorsams“.

• Das Ars Electronica Center erhält nach zehn Jahren völlig neue Ausstellungsinhalte. Das Museum der Zukunft mit dem jährlichen Festival und dem Prix Ars Electronica bildet so etwas wie die Radnabe, wenn es darum geht, Linz mit Zukunft, mit Vorausden-ken und mit der ganzheitlichen Auseinandersetzung mit der Thematik „Digitalisierung“ in Verbindung zu bringen.

• Die Grafitti-Galerie mit Werken der Besten dieses Genres aus der ganzen Welt ist unter dem Begriff „Mural Harbor“ zu einem weltweiten Anziehungspunkt geworden.

• Im Lentos Kunstmuseum ist im Herbst eine Ausstellung über die Kunstsammlung von Wolfgang Gurlitt geplant. Die Schau ist insofern eine Fortsetzung aus 2009, weil damals ein besonderer Fokus auf das historische Erbe der Stadt und auf Zeitgeschichte gelegt wurde. Diese Schwerpunktsetzung wird bis heute konsequent fortgesetzt.

• Im Schlossmuseum, dessen Südflügel 2009 eröffnet worden ist, wird man mit einer Ausstellung an die Impulse aus der Kulturhauptstadt erinnern.

Das Projekt „Kulturhauptstadt Europas 2009“ hat Linz einen wichtigen Schub verliehen, der weiter wirkt. Die Zusammenarbeit zwischen Kultur und Tourismus hat sich verfestigt und wird als einer der wesentlichen Faktoren gesehen, dass Linz in Österreich als innovativer Hotspot für Kultur, Kunst und Kreativität wahrgenommen wird. Linz Tourismus erzählt eine Stadt, die jetzt erfolgreich ist und bemüht sich, die Faktoren von Erfolg im 21. Jahrhundert
den Gästen nahe zu bringen. Vor diesem Hintergrund hat sich Linz Tourismus zusammen mit den verschiedenen Kulturinstitutionen darauf verständigt, 2019 den Blick nach vorne zu richten und die Zukunft mit Kultur, sowie die Zukunft der Kultur besonders zu thematisieren.

Weitere Schwerpunkte in der „smart city“

Ein weiterer Schwerpunkt in der Kommunikation des Linz Tourismus ist die Auszeichnung der Europäischen Union „City of Smart Tourism“. Insgesamt haben sich 38 Städte aus 19 EU-Mitgliedsstaaten beworben. Linz wurde für das Jahr 2019 mit dem „Europäischen Smart Tourism Award“ für herausragende Leistungen im Bereich Kulturerbe und Kreativität ausgezeichnet. Neben den Gewinnerstädten Helsinki und Lyon wurden vier weitere Städte als Gewinner in den spezifischen Kategorien Erreichbarkeit (Málaga), Nachhaltigkeit (Ljubljana), Digitalisierung (Kopenhagen) und Kulturerbe und Kreativität (Linz) ausgewählt.
Die Europäische Kommission begründet die Auszeichnung von Linz folgendermaßen: „Linz is a city with stellar cultural heritage that gives a nod to the future. A member of the UNESCO Creative Cities network as a City of Media Arts and a former European Capital of Culture, Linz has embraced smart measures and creativity to ensure that this cultural landmark remains a twenty-first century destination.“

Konkrete Maßnahmen und die gesamte Jahresplanung des Tourismusverbandes Linz ist im Tourismuskonzept 2019 zu finden, das auch online abrufbar ist:
www.linztourismus.at/assets/Uploads/Tourismuskonzept-Tourismusverband-Linz-2019.pdf