Renée Rauchalles

„Realistische und abstrakte Malweise bilden für mich eine Einheit“


Die Künstlerin und Autorin Renée Rauchalles studierte an der Meisterschule für Grafik in München. Zusätzlich absolvierte sie eine Gesangs- und Schauspielausbildung.

Seit 1987 widmet sich die Künstlerin wieder vorwiegend der Malerei. Als Malerin lässt sich Renée Rauchalles bewusst nicht auf eine Stilrichtung festlegen. So entstehen sowohl realistische als auch abstrakte Arbeiten. „Für mich bilden beide Richtungen eine Einheit, wie Traum und Realität, wie innen und außen“, sagt die Künstlerin.

geb. in München




Studium der Grafik und Malerei in München
Ausbildung Schauspiel und Operngesang
Theatertätigkeit u.a. am Residenztheater München

1998 Gründung der ZEITfürKUNST-GALERIE

Veröffentlichung eigener Lyrik und Prosa in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, sowie Sachliteratur

So gelingt es ihr mittels zweier unterschiedlicher Malstile zu verdeutlichen, dass alles zwei Seiten hat und dennoch eins ist. Ihre abstrakten Arbeiten symbolisieren vor allem die innere Befreiung des Menschen, Träume, Entwicklungen und Selbstbestimmungen – Themen also, die nicht konkret fassbar sind. Diese Arbeiten tragen Titel wie „ Allegro con fuoco“, „Affetuoso“, „Geigensolo“ oder „Ouvertüre“, Begriffe, die sie der Musik, die ja ebenso wie unser Innerstes nicht greifbar ist, entlehnt.
Die Arbeiten von Renée Rauchalles entstehen vorzugsweise in Zyklen. Ihre abstrakten Bilder allerdings symbolisieren ständige und fortlaufende Bewegung und Veränderung, weshalb dieser Zyklus – im Gegensatz zu dem realistischen – konsequenter-weise offen bleiben und von ihr nie vollendet werden wird.

Ausstellungen
Ihr malerisches Werk ist regelmäßig in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Kunstdrucke ihrer Bilder finden internationale Verbreitung.


Im Gegensatz zu ihren abstrakten Arbeiten beschäftigen sich die realistischen mit der äußeren Wirklichkeit – Gewalt, Macht, Tod, Umweltzerstörung und Sozialkritisches. Mit diesen Arbeiten will Renée Rauchalles jedoch nicht die Gewalt an sich zeigen oder gar den moralisierenden Zeigefinger erheben, sondern in erster Linie ihre eigene Trauer zum Ausdruck bringen.





Es sind Bilder, die zum intensiven Nachdenken anregen und gerade dadurch die Chance bieten, sich mit der Realität zu versöhnen, ohne an ihr zu verzweifeln. Für diese Arbeiten verwendet die Künstlerin oftmals warme Farben. Der erste, so schöne Schein trügt und “der schöne Sommertag“ beispielsweise offenbart sich erst auf den zweiten Blick als Darstellung vorangegangener Gewalt. Ihre realistischen Arbeiten hat Renée Rauchalles bereits vor der Ausführung bis ins kleinste Detail – von der Komposition bis hin zur Farbgebung – im Kopf.

Ihre abstrakten Arbeiten entstehen schon eher im Prozess, sind nicht ganz so exakt geplant wie die realistischen. Dennoch hat die Künstlerin auch hier die Farbgebung bereits vorher im Kopf, um Übermalungen zu vermeiden: “Häufiges Übermalen macht die Farben stumpf“, sagt die Künstlerin. Klare, durchscheinend-lasierende Farben sind der Malerin jedoch – gerade auch bei ihren abstrakten Arbeiten – wichtig. Am liebsten fertigt Renée Rauchalles großformatige Bilder, bevorzugt Öl auf Hartfaser.


Im INNSIDE erschienen im November ’12