Transit-Lkw auf den Autobahnzubringer bringen

BI „Natur ja – Nordtangente nein“ will neue Route für die B12

3.5.2021


Die Medienberichte legen es an den Tag: Passaus Donaubrücken sind Sanierungsfälle. Der Vorstand der Bürgerinitiative (BI) „Natur ja – Nordtangente nein“ schlägt deshalb vor, den schweren Fernverkehr samt Bundesfernstraße aus der Stadt auf die bestehende Umfahrung zu verlagern. Somit sollen Ilzstadt, Anger und Schanzlbrücke zeitnah entlastet werden.


 

Lärmschutz ist nötig: Lkw auf dem Autobahnzubringer bei Hutthurm | Foto: privat

 

„Eine Bundesstraße zu verlegen, ist in Passau nichts Neues“, erinnert sich Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Baier. Mit der sogenannten „Neuen Mitte“ wurde die B12 auf die Regensburger Straße und über den Hammerbach zur Anschlussstelle Passau-Mitte verlegt. Von da verläuft sie auf der A3 bis Pocking. Und so sind auch viele Transit-Lkw aus Tschechien und Österreich auf der B12 durch die enge Ilzstadt, am Anger, auf der Schanzl- und Straußbrücke innerorts zur Autobahn unterwegs. Vor nicht einmal 20 Jahren wurde am Brückenwerk lange gearbeitet. Der erneute Sanierungsbedarf ist für die BI „Natur ja – Nordtangente nein“ Anlass, die B12 als Bundesfernstraße ab Hutthurm gleich auf die bestehende Nordumfahrung, auf den Autobahnzubringer zu legen.

Sprecher Andreas Pontz: „Somit kommen die Laster auf die schnellere, außerörtliche Strecke, statt in Passau mit zahllosen Unfällen den Verkehr zu stauen.“ Bundesmittel aus dem Nordtangentenprojekt könnten dann sinnigerweise in die Ertüchtigung der knapp 20 Kilometer zwischen Aicha und Hutthurm fließen. Derzeit sind das noch Staatsstraßen. Eines ist für die BI klar: „Es braucht Lärmschutz und Sicherheit auf dem Autobahnzubringer.“ Teils wurden deshalb vom Staatlichen Bauamt in den letzten Jahrzehnten Überholstreifen errichtet, Kreuzungen höhenfrei umgebaut, Hinweisschilder und 70-Tafeln aufgestellt. Dennoch: „Einige verbliebene Unfallschwerpunkte müssen bald entschärft werden.“ Großen Bedarf sieht Vorstandskollege Martin Ziegler beim Lärmschutz, seit Wohngebiete an die außerörtliche Strecke heranrückten und das Verkehrsaufkommen zunahm. „Positive Beispiele lassen sich zur Genüge im benachbarten Österreich finden.“

Wenn sich voraussichtlich am 18.5. das Dialogforum „Nordumfahrung Passau“ in der Dreiländerhalle zusammenfindet, bleibt für die BI „Natur ja – Nordtangente nein“ abzuwarten, wie dieser Verbesserungsvorschlag aus den Reihen der Teilnehmer im ausstehenden Verkehrsgutachten bewertet wird. Inzwischen wollen die Passauer Bürgerinitiativen einigen Bürgermeistern aus dem Landkreis, den Fraktionschefs des Passauer Stadtrats wie auch dem Oberbürgermeister, dem Landrat und dem hiesigen Bundesminister einige Maßnahmen zur Verkehrsentlastung in Stadt und Landkreis vorstellen.
Angesichts des hohen Sanierungsbedarfs von Strauß- und Schanzlbrücke hält es der BI-Vorstand ohnehin für notwendig, Verkehr insgesamt zu verringern und effizient zu gestalten. So ließen sich wertvolle Flächen wiedergewinnen und Lärm verringern.