Wenn die Kunst ins Internet umzieht

Der Kunstverein Deggendorf verlegt seine Ausstellung ins Internet - Gastausstellung bei AGON wird verschoben

7.4.2021


Dieses Ostern wollte der Kunstverein Deggendorf sehr ambitioniert angehen: Gleich zwei parallele Ausstellungen sollten im Kapuzinerstadl in Deggendorf und in der WGP Galerie in der Passauer Höllgasse stattfinden. Doch beider Orts haben die Corona Werte die Pläne vereitelt und so entstand die Idee zumindest die Deggendorfer
Ausstellung ins Internet umziehen zu lassen.


 
 

Freilich fehlt einer Ausstellung im Internet das Ambiente einer feierlichen Eröffnung, die Chance das Werk in Natura auf sich wirken zu lassen – aber zumindest ermöglicht eine Internet Ausstellung die Chance das Künstler und Kunstfreund sich nicht ganz aus dem Auge verlieren. „Bei einer Pandemiedauer von bislang rund einem Jahr ist es wichtig diese Verbindung zu halten und das Internet mit seiner Kraft der sozialen Medien bietet sich dafür an“, so der Vorsitzende des Kunstverein Deggendorf Thomas J. Darcy. Die aktuelle Osterausstellung ist in ihrer Online Version aktuell auf verschiedenen Facebook Seiten und Instagram zu verfolgen und zeigt jeweils das Werk, welches eigentlich im Kapuzinerstadl hängen sollte. Zugleich ermöglicht der Eintrag aber auch eine Vertiefung zur Person des Künstlers, bietet Hintergrundinformationen zum Werk und seiner Entstehung.

Klaus Busch ist um ein Beispiel heraus zu greifen mit seinem Werk „Die Familie Sisyphos“ an der Online Ausstellung beteiligt. Er erläutert wie sich die bayrisch-österreichische Künstlergruppe IMAGO, welcher er seit geraumer Zeit angehört, ganz in der Tradition der Künstlervereinigungen des 19. und 20. Jahrhunderts sich eine gruppeninterne Wettbewerbsaufgabe gestellt hat. Jedes Mitglied war diesmal aufgerufen, ein Bild zum Thema “Mythen” in einem einheitlichen runden Format von 100 cm Durchmesser zu erstellen.

Keiner der Künstler wusste, was der oder die jeweils andere als Antwort kreieren würde. Klaus Busch legte sich bei dem Thema auf den kreisrunden Tempel der Athena Pronaia in Delphi fest. Ein Ort den der Künstler vor mehreren Jahren selbst besuchen konnte. In seiner malerischen Umsetzung steht an eben jenem Ort Sisyphos mit seiner Familie. In seiner ureigenen künstlerischen Interpretation ist Sisyphos nicht dazu verbannt einen Felsblock unablässig den Berg hinauf zu rollen, sondern setzt sich mit seiner Familie für Frieden und die Natur ein. Er lässt die Friedenstaube steigen, seine Frau kümmert sich um einen Ölbaumsetzling und seine Tochter hat Ähnlichkeit mit einer bekannten Klima-Aktivistin.

In einem weiteren Werk der Ausstellung präsentiert die Vereinskuratorin und Künstlerin Ingrid Gillmeier die malerische Umsetzung eines Porträts ihrer Familie. Als Absolvent der königlichen Kunstakademie der Niederlande zeigt der Künstler Ben Schasfoort seine Leidenschaft für die realistische Malerei in seinem Werk „Dohlen an der Donau bei Winzer“. In seiner Präsentation verschweigt er nicht seinen Wunsch wieder mit seinen Schülern zusammen neue Werke zu kreieren und ihnen auf diesem Wege sein Wissen weiterzugeben. Geschichten und Anekdoten wie diese begleiten die präsentierten Arbeiten und verleihen der virtuellen Ausstellung eine andere Art von Tiefe.

Spätestens nach Ostern werden die präsentierten Werke auch auf der Internetseite des Vereins unter www.kunstverein-deggendorf.com zu sehen sein. Die parallel geplante Passauer Ausstellung soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden so verständigten sich der Kunstverein Deggendorf und die Passauer Gastgeber von AGON e.V..