Zeit schenken um Kindern aus aller Welt Deutsch zu vermitteln

15. Schulung von ehrenamtlichen Sprachpaten in Pocking abgeschlossen


Die neu ausgebildeten Sprachpaten aus Pocking freuen sich auf ihren Einsatz

Anna Wenzl ist seit 3 Monaten in Rente. „“Nach 3 Monaten Ruhe bin ich nun bereit, jetzt auch mal was ganz Neues zu tun. Und als ich in der Zeitung las, dass ihr neue Sprachpaten sucht, wusste ich: Das ist was für mich!“ Anna Wenzl ist eine von 16 nun fertig ausgebildeten ehrenamtliche Sprachpaten für Kinder, die in Stadt und Landkreis Kindern aus aller Welt dabei helfen, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Die dreiteilige Schulung, die im Gymnasium in Pocking stattfand, ist nun abgeschlossen. Die neuen Sprachpaten werden von nun an einmal pro Woche mit einem Kind zusätzlich zum regulären Unterricht die deutsche Sprache üben. Der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa e. V.“ stellt ihnen hierfür altersgerechte, sprachfördernde Spiel- und Lehrmaterialien zur Verfügung, kümmert sich um den Kontakt mit den Schulen, übernimmt alle Verwaltungsaufgaben und steht den Teilnehmenden jederzeit mit professionellem Rat und Tat zur Seite.

Seit 2013 schult und vermittelt der Verein die Ehrenamtliche und konnte so schon über 560 Kindern einen Sprachpaten vermitteln. „Aktuell betreuen unsere Sprachpaten 115 Kinder in Stadt und Landkreis,“ weiß die Bundesfreiwilligendienstlerin Katja Stockinger, die das Projekt organisatorisch betreut. „Aber es warten noch viele Kinder auf Unterstützung. Daher bin ich sehr froh nun neue Sprachpaten vermitteln zu können!“

„Wir haben so viele wunderbare Menschen für dieses Ehrenamt begeistern können“, erzählt Perdita Wingerter, die das Projekt initiiert hat und für die Schulung und fachliche Begleitung der Sprachpaten zuständig ist. „Mit viel Liebe und Geduld, aber auch mit Kreativität und Begeisterung sind sie für viele Kinder treue Begleiter beim Erwerb der deutschen Sprache geworden.“ Und in der Regel sind die Sprachpaten auch treu: viele üben ihr Ehrenamt über viele Jahre aus, weil sie mit ihrem Einsatz Kindern ganz konkret helfen können. Viele Kinder schafften so den Anschluss an das Klassenniveau, einige konnten auch auf höhere Schulen wechseln. Damit wird deutlich: die eine zusätzliche Stunde für ein Kind pro Woche ist gut investierte Zeit.
„Und eine Stunde macht mich nicht ärmer, sondern auch selbst reicher,“ findet Martina Stockbauer aus Passau, die neu dabei ist. „Und wenn es einem selbst gut geht, sollte man auch etwas Gutes weiterzugeben!“ ist sie überzeugt.