Zeit und Flut

Der Blog von Gerd Jakobi

Fünf Jahre sind nun schon wieder verfl ossen seit der apokalyptischen Katastrophe, die uns im Juni 2013 heimsuchte. Fünf Jahre in denen erst so richtig klar wurde, was uns da geschehen ist, welche Schäden verursacht wurden und welches Leid wir ertragen mussten. Die Bilanz dieser Jahrhundertfl ut ist so verheerend, dass man sich gar nicht vorstellen mag, was geschehen würde, wenn uns ein solches oder noch größeres Unglück wieder treffen würde. Dennoch müssen wir gerade das jetzt tun! Alle Experten, die sich in den verschiedenen Anhörungen und Interviews äußerten, gehen davon aus, dass ein solches Szenario realistisch sei und zwar nicht
erst wieder in 50 Jahren! Deshalb ist es richtig, sich jetzt über einen technischen Hochwasserschutz Gedanken zu machen. Die Fragen: welcher Schutz ist bei Passaus schwieriger Topographie möglich, was passt ins Stadtbild und was geht gar nicht, müssen beantwortet werden, auch wenn es manchem weh tut. Letztendlich kann dabei nur ein schwieriger Kompromiss herauskommen.

Eine ganz andere Frage ist, was nutzt der ganze technische Schutz, wenn uns Flutwellen bisher nie gekannten Ausmaßes heimsuchen? Die Wetterereignisse, vom Klimawandel angetrieben, werden immer extremer! Da sind im Hochwasserbereich, nicht nur meiner Meinung nach, Vorsorgemaßnahmen von Nöten, die in ganz anderen, viel größeren Dimensionen an den Oberläufen der Flüsse getroffen werden müssen. Das heißt für Passau, vor allem am Inn!
Dessen Flutwellen dürfen nicht mit denen der Donau zusammentreffen! Die in Auftrag gegebene „Innstudie“, die untersuchen soll, welche Retentionsflächen, oder gesteuerten Flutpolder, oder vielleicht sogar Speicherstauseen möglich sind, lässt auf sich warten!! Hier müsste von den betroff enen Anrainern mehr Druck auf Politik und Wissenschaft gemacht werden, um die Möglichkeiten auszuloten, die schon vor zwei Jahren von einer privaten Initiative aus Schärding mit hoffnungsvollen Ergebnissen erkundet wurden. Neben technischen Möglichkeiten und Katastrophenschutzübungen, die besonders in der Passauer Altstadt wichtig wären, ist dies meiner Meinung nach die beste Möglichkeit der Vorsorge.