Naturpark-Wandertipp der Woche:

Über dem Fichtenmeer

HABISCHRIED | 20. APRIL 2023

Der Bornstein mit seinen seltsam übereinander gestapelten Felsen lädt ein zum herumkraxeln und erkunden der auf natürliche Weise entstandenen Durchschlupfe und kleineren Höhlen. Interessant anzusehen sind auch die Vertiefungen auf den Felsen, welche vermutlich zu vorchristlicher Zeit als Opferschalen dienten. Nicht weit von diesem mystischen Kraftort liegt ein schöner Aussichtspunkt wo eine eine Bank zum Verweilen einlädt. Etwas unterhalb befindet sich ein ganzes Meer aus Steinen, welche wohl von einem schmelzenden Gletscher am Ende der Eiszeit zurück geblieben sind.

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Der Bornstein lädt zur Rast ein | Fotos: Naturpark Bayerischer Wald e.V.
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Eine atemberaubende Aussicht über das Fichtenmeer bietet sich den Wanderern

Der etwa acht Kilometer lange Wandertipp führt uns nach Habischried. Geparkt werden kann am Sportplatz an der Hauptstraße. Bahnfahrer können vom Bahnhof Triefenried aus loslaufen. Vom Parkplatz aus folgen wir der Hauptstraße in Richtung Kapelle. Bei der Kapelle angekommen zweigt die Straße links in den Burggrafenrieder Weg ab. Zwar folgen wir einer Teerstraße aber der Ausblick lohnt sich allemal. Wir kommen an eine Abzweigung, an der die Wandermarkierung 7 beschrieben ist. Ein Stück weiter biegen wir rechts ein und nehmen die Nummer 7 in Richtung Triefenried / Gottlesried.

Der Pfad wird uriger und schlängelt sich vorbei an Weiden und Vogelkirschen in den Wald hinein. Der Frühling hat endgültig Einzug gehalten, die Bäume stehen kurz vor der Blüte. Dem Waldweg folgen wir weiter in Richtung Bornstein. Mit der Zeit wird er immer schmäler, bis er in einem steilen und steinigen Trampelpfad zum Bornstein mündet. Mächtig und ruhig thront er auf 818 Metern über dem Meeresspiegel. Er lädt zum Verweilen ein, doch wir gehen den Weg weiter bis zu einer Abzweigung. Hier wandern wir vorerst nicht weiter, sondern machen einen kleinen Abstecher rechts über die Felskuppe. Grün schimmert das Moos auf den Felsen, nichts ist zu hören außer dem Gezwitscher der Vögel. Und dann steht sie dort: Eine alte Bank am Rande eines Blockmeeres. Einsam thront sie über den Felsen und den Wipfeln des Fichtenmeeres. Die Mächtigkeit des Gletschers, der dieses Blockmeer transportiert hat, lässt sich nur erahnen.

Nach einer kurzen Auszeit nehmen wir den Trampelpfad zurück zur Abzweigung und laufen durch den Wald hinab bis wir an einem breiteren Forstweg ankommen. Hier biegen wir rechts ab in Richtung Gottlesried. In Gottlesried führt die Wegemarkierung 17 in Richtung Göttleinsberg, wo wir im Anschluss der Markierung 9 folgen. Nach der Ortschaft und den Häusern führt der Weg kurz über eine Wiese und wieder in den Wald hinein. Steil ansteigend verläuft die Wanderung zurück nach Burggrafenried und wieder zum Ausgangspunkt.