Markus Jaursch

„Mir geht es um das Beobachten von stillen Zwischenbildern des Alltäglichen Sehens“


Arbeiten des Künstlers Markus Jaursch waren zuletzt in der Ausstellung „Bild um Bild. Schlag auf Schlag“ im Passauer Kunstverein in der St. Anna Kapelle zu sehen.
Markus Jaursch beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit ausschließlich mit Malerei und Zeichnung.
Die Landschaft ist das zentrale Thema in den Arbeiten von Markus Jaursch. Seine jüngste Installation „Voir – Sehen“, an der er fünf Jahre arbeitete, besteht aus ca. 1000 einzelnen Landschaftsbildern, allesamt Ölmalerei auf Hartfaserplatten im Format 30 x 23 cm, dem alten 4:3 Videoformat. Er sei nach vielen Experimenten auf dieses Format gekommen, da es für das Auge am unauffälligsten sei, so der Künstler.
Die Landschaftsmalerei, die beim Betrachter mit Romantik und Pathetik vorbesetzt ist, verdichtet sich bei Markus Jaursch auf kleinen Formaten.
Der Blick zum Horizont etwa, das Sehnsuchtsmotiv schlechthin, findet vielfach Eingang in die Arbeiten des Künstlers. Das im Detail nicht mehr zu erfassende Zusammentreffen von Himmel und Erdkante wird bei längerer Betrachtung zur Metapher:

Winziges und Pathetisches zugleich und im Widerspruch zu sich selbst. Es entstehen jedoch auch Nacht- und Waldbilder, Farb- und Lichtstimmungen oder auch Bilder von Bäumen und Unterholz.
Auch wenn die meisten Landschaften von Markus Jaursch realistisch wirken, so sind sie dennoch kein genaues Abbild der Wirklichkeit. Seine Arbeiten entstehen oft aus dem Gedächtnis: aus im Kopf gespeicherten Bildern, Fotografien, der Kunstgeschichte, aber auch aus biographischen Erinnerungen an Landschaften. Meistens entwickeln sie sich aus dem Prozess.
Betrachtet man die Arbeiten von Markus Jaursch, beschäftigt man sich unweigerlich mit Fragen wie: „Was ist sehen?“ Was macht eine Wald- oder Frühlingsstimmung aus?“ Die Antworten auf diese Fragen liegen immer im Bild.
Charakteristisch ist das Fehlen jeglicher Zivilisationsspuren.
Die Arbeiten dieser Installation tragen keine Titel, sondern sind nummeriert und tragen das Datum ihres Entstehungsbeginns.
In Ausstellungen werden Teile der Installation so gehängt, dass sie regelrecht abgegangen werden kann. Erst wenn man eine ganze Reihe dieser Bilder abschreitet, erkennt man, dass – ähnlich wie bei Filmen – eine Geschichte erzählt wird, die sich der Betrachter jedoch – je nach seiner Erfahrung des Schauens – selbst zusammensetzen muss.

Weitere Projekte von Markus Jaursch unter:
www.markusjaursch.de


Vita – MARKUS JAURSCH

Geb. 1965 in Augsburg
– 1987-1995 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Heinz Butz und Gerd Dengler
– Seminarlehrer für Kunst am Adalbert-Stifter-Gymnasium, Passau
– Lehrauftrag an der Universität Passau
– Lehrauftrag an der Hochschule für Film und Fernsehen, München
– Lebt und arbeitet in Passau


Im INNSIDE erschienen: Dez ’10