Oby’s Opinion

Kein Bock aufs Bockerl!

PASSAU | 28. SEPTEMBER 2023

Kaum etwas hat die Gemüter der Region so erhitzt wie der Streit über die Wiederinbetriebnahme der Hauzenberger Granitbahn, auch gern mal „Hauzenberger Bockerl“ genannt.

Erstmalig seit vielen Jahren überquerte ein Zug die Donau auf der Passauer Kräutelsteinbrücke bis zur Haltestelle in der Lindau.  Die Passauer Eisenbahnenthusiasten von der Bürgerinitiative waren voller Stolz über die gelungene Premiere. Gleichzeitig demonstrierten  Anwohner und Gegner der „Freitzeitbahn“ ihren Unmut über die, ihrer Meinung nach,  unsinnige Bahn. Sie hätten lieber einen Geh- und Radweg ohne Schienen vor ihren Häusern. Das ist einerseits verständlich. Es ist aber aus heutiger Sicht nicht mehr Zeitgemäß, bestehende Schienen wegzureißen!

Abgesehen von dem enormen Engagement der Granitbahnfreunde, die die Bahnstrecke in Eigenregie und ehrenamtlich erhalten, ist die Bahn auch verkehrstechnisch durchaus ein Gewinn für die Stadt Passau. Sie schafft zwar vielleicht nicht die große Entlastung bei den Einpendlern aus dem nordöstlichen Landkreis, kann aber im innerstädtischen Betrieb durchaus eine Rolle spielen, da sie eben nicht auf die Straße angewiesen ist. Hier tut sich eine echte Park & Ride Strecke quer durch die Stadt auf, die alle Staus umfährt!

Das hatte man auch im Blick, als genau auf dieser Trasse ein fahrerloser Bus verkehren sollte. Warum löst man also dieses Problem nicht mit einem Kompromiss, indem man das Eine tut ohne das Andere zu lassen. Ein Kombiverkehr mit einer Straßenbahn und einem Geh- und Radweg ist ja nichts ungewöhnliches, würde beide Seiten berücksichtigen und der Stadt ein alternatives Verkehrsmittel bescheren.

Jack Oby und die INNSIDER