
„Der runde Tisch zielt darauf ab, ein offenes Gespräch über die Herausforderungen, Erfahrungen und Bedürfnisse queerer Menschen in Passau und der umliegenden Region zu ermöglichen“ erklärt Jasmin Faulstich, Einrichtungsleitung der Beratungsstelle up2you. Thoralf Fricke, Geschäftsführer der pro familia Niederbayern ergänzt: „Die Vernetzung zum Thema Queer ist uns sehr wichtig. Oftmals fehlt es noch an Sichtbarkeit für das Thema und hier wollen wir dafür sorgen, dass Fachkräfte die Möglichkeit haben sich auszutauschen und auch offen über eventuelle Unsicherheiten zu sprechen.“
Die Teilnehmer*innen des Runden Tischs Queer brachten eine breite Perspektive aus unterschiedlichen Fachbereichen ein, wodurch viele Themen Platz zum Diskutieren gefunden haben. Bianka Hittmann von Igel e.V. erklärt: „Wertschätzung, Respekt und Offenheit gegenüber unseren Mitmenschen zu zeigen, ist für mich eine Grundhaltung, die ich jeden Tag geben und erleben möchte. Dass es immer noch Menschen gibt, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit diskriminiert oder ausgeschlossen werden, ist eine Schande. Dies zu verändern ist mir ein Herzenswunsch und der Grund für meinen Einsatz. Denn letztlich wollen wir doch alle dafür geliebt und akzeptiert werden, für das was wir sind.“
Christoph Kochmann, Gesamtleitung und Diözesanfachreferent der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Passau, ergänzt: „Mir ist es wichtig, beim Runden Tisch dabei zu sein. Der Runde Tisch unterstützt hoffentlich dabei, queere Anliegen in Wahrnehmung zu bringen – mit all den Perspektiven, die die unterschiedlichen Teilnehmenden einbringen. Das war für mich schön zu erleben: Es geht um viele verschiedene Professionen, Altersgruppen – so vielfältig, wie eben das Leben ist. Von einander zu wissen und aufeinander verweisen und unterstützen zu können, wenn queere Menschen sich orientieren möchten, diese Aussicht finde ich wirklich gut.“
Das engagierte Interesse aller Beteiligten zeige deutlich den Bedarf auf, im Bereich Queer noch besser zum aktuellen Diskurs und den rechtlichen Möglichkeiten informiert zu werden und sich auszutauschen. Der erste Runde Tisch Queer in Passau soll dabei als Startpunkt für eine fortlaufende, konstruktive Auseinandersetzung mit den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen dienen und will sich drei Mal im Jahr treffen.
Auch die kürzlich veröffentlichte „How Are You?“ Studie des BJR zeige die Aktualität des Themas. Dort gaben 93,9% der 2.043 befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, in ihrem Leben bereits Diskriminierung erlebt zu haben. Demnach wird diese Diskriminierung vor allem in der Schule, dem öffentlichen Leben und der Herkunftsfamilie erlebt. Es wurde auch der Zusammenhang von Wohlbefinden bzw. Resilienz und Diskriminierungserfahrungen erhoben. Das Ergebnis ließ darauf schließen, umso mehr und gravierende Diskriminierungserfahrungen eine Person macht, umso tiefer sinkt ihr Wohlbefinden und ihre Resilienz. Und hier will die Hilfelandschaft in Passau und Umgebung ins Spiel kommen. Indem die Einrichtungen intensiver zusammenarbeiten könne vielleicht ein tragfähiges Netz geschaffen werden, um die queeren Menschen effektiver aufzufangen, die Hilfe brauchen.
Bei Interesse an einer Teilnahme am Runden Tisch melden Sie sich gerne bei jasmin.faulstich@profamilia.de