GAME OVER – der Bildschirm schwarz, das Spiel, es ist aus, der Roboter hat gesiegt - zum Glück nur Spiel. Doch die Nerven spannen noch tief, geölt durch den immer pochenden Saft, die Reize, sie sind noch gesetzt, geleitet durch die fleischgewordenen elektrischen Bahnen der Mensch-Maschine.
„Einmal geht’s noch, TOMAK“ – PRESS START.
Kein Rundumschlag mehr, sondern eine wahrhaftige „Tour de Force“ präsentiert
TOMAK mit GAME OVER – PRESS START und verwandelt die große Ausstellungshalle des Museum Angerlehner in ein formgegossenes Panoptikum seiner innersten Gedankenwelten.

TOMAK, „Das Selbst hat keine Löcher“, 2023/24, 60 x 50 cm, Bleistift auf Papier | © Foto Heidi Pein

Kuratiert von Antonio Rosa de Pauli verdeutlicht die Ausstellung die intensive philosophische Auseinander- setzung des Künstlers mit dem historischen Konzept der Mensch-Maschine, welche ihre Schatten weit in unsere Gegenwart vorauswirft und moralische, gesellschaftliche, sowie künstlerische Fragen bezüglich der Rolle der Maschine im Informationszeitalter zu stellen scheint.
Die menschlichen Nervenbahnen, welche durch elektrische Impulse äußere Informationen durch unseren innersten Körper jagen, sind dabei zentral in der Auseinandersetzung TOMAKS mit der Mensch-Maschine. Seine in Rot und Blau gehaltenen Nervenbildern zeigen dieses Geflecht der Nervenbahnen der natürlichen Informationsübertragung und stehen im starken Kontrast zu seinen großformatigen Computerchip-Paintings als Nervenbahnen der künstlichen Informationsübertragung. Auf den ersten Blick unterschiedlich, scheinen diese Werke gerade in ihrer Gegenüberstellung die Grenzen zwischen Mensch und Maschine allmählich zu verwischen.
GAME OVER – PRESS START ist mehr als eine bloße Werkschau, es ist pures Spektakel. TOMAK arbeitet sich durch sich selbst durch, von Innen nach Außen, und bedient sich mit kühler Eleganz seiner individuellen Zeichensprache bestehend aus kunsthistorischen Referenzen, Textfragmenten, anatomischen Darstellungen, Übermalungen oder auch Löschungen, um ein einzigartiges visuelles Universum aus Zeichnung, Malerei und Skulptur zu erschaffen. TOMAK nimmt dabei die Rolle des Invaders ein und dringt durch seine Kunst gleich einer Information von außen mittels elektronischer Reize über unsere Nervenbahnen in unser Innerstes, unser Gehirn, unser Rechenzentrum, um sich dort wie ein dystopischer Vorbote der Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine zu manifestieren. Noch ist es aber noch nicht so weit, scheint TOMAK zu warnen, noch ist der Stecker nicht gezogen, noch ist das Spiel nicht aus - GAME OVER - PRESS START

TOMAK, *1970, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Malerei und Grafik an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ausstellungen unter anderem in der Albertina Wien, der Kunsthalle Wien, dem MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst, der Landesgalerie Niederösterreich, dem Rupertinum – Museum der Moderne Salzburg, dem Universalmuseum Joanneum in Graz, dem Lehmbruck Museum Duisburg, dem Museo e Centro d’Arte Contemporanea Ticino in Bellinzona, sowie dem Aktionsraum Linkz in Linz, der Galerie Heike Curtze, der Galerie Lisa Kandlhofer oder der Galerie Sommer.
ERÖFFNUNG | 26. MAI
Begrüßung| Heinz J. Angerlehner | Museumsgründer
Zur Ausstellung spricht| Antonio Rosa de Pauli | Kurator
RAHMENPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG:
Workshop mit TOMAK | 22.09. | 14 - 18 Uhr
Art Talks mit TOMAK & Antonio Rosa de Pauli | 30.06. + 13.10. | 15 Uhr
ANGERLEHNER MUSEUMS GMBH
Ascheter Straße 54
4600 THALHEIM BEI WELS ÖSTERREICH
+43 7242 224422 0 | medien@museum-angerlehner.at | www.museum-angerlehner.at