
Die Teilnehmer wurden im Rahmen eines Businessplan-Wettbewerbs ausgewählt. Aus Bayern konnten sechs Geschäftsideen begeistern, die thematisch eine weite Bandbreite abdeckten. Einige der jungen Menschen möchten sich durch verschiedene Apps selbstständig machen, andere haben sich dafür entschieden, Dienstleistungen auf der Grundlage ihrer Fähigkeiten anzubieten, während wiederum andere ihre eigene Produktlinie für Hundepflegeprodukte, Sportbekleidung oder individualisiertes Computerzubehör planen.
In gemeinsamen interaktiven Workshops lernten die Teilnehmer die Grundlagen des Unternehmertums, was sie dann direkt auf ihre eigene Geschäftsidee anwenden konnten. So hatten sie die Möglichkeit, ihre Ideen weiterzuentwickeln, um im Markt wettbewerbsfähiger zu sein. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kam dabei nicht zu kurz. „Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, die mich aus meiner Komfortzone herausgeholt hat. Ich hatte die Gelegenheit, wundervolle Menschen aus verschiedenen Ländern kennenzulernen, äußerst freundliche und empathische Menschen, mit denen ich sicher in Kontakt bleiben werde“, berichtet Sergiu, ein junger Mann aus Rumänien, der ein Unternehmen für die Entwicklung von Softwareprodukten gründen will.
Neben den Workshops genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch soziale und kulturelle Aktivitäten, darunter eine geführte Tour durch Cluj-Napoca und ein Kulturabend, bei dem jede der vertretenen Nationen landestypische Bräuche vorstellte. Für Sascha, einem Teilnehmer aus Passau, war der Austausch mit lokalen Unternehmern besonders wertvoll: „Am besten hat mir der Kontakt mit den Start-Up Gründern in Cluj gefallen. Einer von ihnen hat uns seine Geschichte erzählt, wie er seine Geschäftsidee entwickelte. Und auch die Dinge, an die er nicht gedacht hat. Das war sehr interessant."
Das Programm wurde kofinanziert von ERASMUS+, dem Bildungs-, Jugend- und Sportprogramm der Europäischen Union. Seit mehr als 35 Jahren bietet das Programm Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten und hat bereits rund 13 Millionen Menschen erreicht. Im Fokus des Projekts "Entepreneur+: Exploring entrepreneur-ship beyond concepts“ steht die unternehmerische Bildung junger Menschen, wozu neben dem Training auch kostenlos verfügbare Bildungsmaterialien entwickelt wurden. Aus Deutschland war der Passauer Verein Gemeinsam Leben und Lernen in Europa am Projekt beteiligt. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, junge Menschen dazu zu motivieren, aktiv zu werden“, so die Geschäftsführerin Perdita Wingerter. „Das Erasmus+ Programm bietet uns die Möglichkeit, unsere Projekte nicht nur lokal umzusetzen, sondern einen europaweiten Austausch zu fördern“.
Sich aus seinem gewohnten Umfeld herauszubewegen, noch dazu auf einer anderen Sprache, lässt viele junge Leute vor solchen Projekten zurückschrecken. Dass eine Teilnahme sich trotzdem lohnt, bestätigt Lukas aus Roding, der zum ersten Mal bei einem Erasmus+ Projekt beteiligt war. Er ermutigt seine Altersgenossen: „Ich selber bin auch nicht der beste in Englisch, aber habe den Workshop in Rumänien erfolgreich gemeistert. Es waren andere deutsche Teilnehmer dabei, weshalb man gut aus seiner Komfortzone treten und sich auch mal zurückziehen konnte. Die Organisation war super geplant. Essen, Trinken und die Unterkunft waren kostenlos. Also, worauf wartet ihr? Macht mit!“