Winterarbeiten in der Bauernstube

Darbietung alter Handwerkstechniken mit Holz, Wolle und Flachs im Freilichtmuseum Finsterau


In der Bauernstube des Freilichtmuseum Finsterau wird am 17. März 2019 wieder gewerkelt – ganz so, wie es früher während der Winterzeit üblich war. In der warmen Stube des Kappl-Hofes kann man Arbeitstechniken sehen, die heute kaum noch von Hand ausgeführt werden. Verarbeitet werden an diesem Sonntag Flachs, Holzabfälle und Wolle. Das Verspinnen von Flachs und die zuvor nötigen Arbeitsschritte sind heute den Wenigsten noch bekannt. Flachs war früher im Bayerischen Wald landschaftsprägend. Das kostbare Leinen war sogar Bestand der Mitgift der Braut. Erst mit dem Einzug der Baumwolle wurde die vielfältige Flachspflanze verdrängt. Im Freilichtmuseum können Sie einer Flachsspinnerin über die Schulter schauen und alte Arbeitsgeräte wie die „Brechel“ ausprobieren.

Holzreste zu einem kleinen Kunstwerk zu verarbeiten scheint unmöglich. Eines Besseren werden die Besucher belehrt, wenn sie den Holzschnitzer dabei beobachten, wie er winzige Schnitzereien durch eine kleine Öffnung in ein Glasgefäß einbringt und somit ein kunstvolles „Eingericht“ oder ein „Suppenbrunzer“ entsteht.

Foto: Freilichtmuseum Finsterau

Eine gusseiserne Strickmaschine aus dem Jahr 1920 wird bei den Winterarbeiten auch zum Einsatz kommen. Für 84 Maschen wurde diese Rundstrickmaschine konstruiert, sodass man vor allem Socken und Handschuhe damit fertigte.

Auch sonst lohnt sich ein Sonntagsausflug ins Museum – und das für die ganze Familie. Im Ausstellungsbereich ist derzeit eine große Anzahl an historischem Spielzeug zu sehen. Für Kinder ist der Schlechtwetterspielplatz mit Riesenrutsche geöffnet. Nebenan lädt die Tafernwirtschaft „Ehrn“ zu typischen Gerichten aus der bairisch-böhmischen und der mühl- und innviertler Küche. Im Eingangsgebäude bietet das Café „Heimat“ eine große Auswahl an hausgemachten Kuchen und Torten.


Freilichtmuseum Finsterau, Museumsstraße 51, 94151 Finsterau