Chirurgische Instrumente für die Ukraine

Ewald Bayer und Dr. Hans Rainer Buchmüller organisieren medizinische Spende

DEGGENDORF | 7. JULI 2023

Ewald Bayer ist ein Mann der Tat.  Aus den Medien hatte er erfahren, dass in der Ukraine dringend chirurgische Instrumente benötigt werden. Als ehemaliger Außendienstmitarbeiter der Medizintechnik hat er vielfältige Kontakte zu Krankenhäusern, Kliniken und Universitäten und auch Einblicke in die dortige Praxis. Fachliche und organisatorische Unterstützung erhielt er von Klinikchef Dr. Hans Rainer Buchmüller und dessen Sohn Dr. Maximilian Buchmüller.

Image
In der Klinik Angermühle in Deggendorf wurden die Instrumente gelagert, gesichtet und für den Transport in die Ukraine sortiert: (v. l.) Dr. Rainer Buchmüller, Dr. Maximilian Bumchmüller und Ewald Bayer | Foto: privat

Durch seine Tätigkeit war Ewald Bayer beispielsweise bekannt, dass während der Pandemie weniger Operationen stattfinden konnten, da die Intensivstationen mit Corona infizierten Patienten belegt waren. Manches chirurgische Einmal Instrument, das nicht mehr steril war, wurde in der Folge ausgemustert. Auch beim normalen OP Einsatz wird manches Mal die sterile Verpackung eines Instruments geöffnet, das dann aber nicht mehr zum Einsatz kommt. Auf die Anfrage von Ewald Bayer spendeten nun verschiedene Kliniken solch unbenutzte und voll funktionsfähige Instrumente für die Ukraine. Auch Instrumente für die Minimale Intensive Chirurgie wurden bereitgestellt. Unter der Spende befinden sich zudem sogenannte Klammernaht
Instrumente. Diese wurden in den 80er Jahren für die Allgemeinchirurgie ein geführt, was eine der größten Revolutionen in der „Chirurgischen Geschichte“ darstellte. Die OP Zeit wurde wesentlich verringert und die Wundheilung verbessert. Die Einweisung bzw. Ausbildung von Ärzten und OP Personal erfolgte damals durch eigens in Amerika geschulte firmeneigene Außendienstarbeiter. Diese
Zusammenarbeit begründete eine tiefgreifende Gemeinschaft mit Chirurgen und OP Personal, die bei verschiedenen Kongressen, beispielsweise beim Chirurgenkongress in München, immer wieder intensiviert wird .

Auf Vermittlung von Herrn Bayer hin stellte nun eine Firma drei Stahl EEAs (EEA = End zu End Anastomose) im Wert von 14.900 € pro Stück für die Ukraine zur Verfügung. Insgesamt beläuft sich der Schätzwert der gespendeten chirurgischen Instrumente auf über 50.000 €.

In der Klinik Angermühle in Deggendorf wurden die Instrumente gelagert, gesichtet und für den Transport in die Ukraine sortiert. Ewald Bayer, der sich von der zeitaufwendigen und wegen der hohen Spritkosten kostenintensiven Sammelaktion nicht von seinem positiven Vorhaben abhalten ließ, erhielt hier die fachliche und organisatorische Unterstützung von Klinikchef Dr. Hans Rainer Buchmüller und dessen Sohn Dr. Maximilian Buchmüller. Letzterer hat sein Medizinstudium vor einiger Zeit an der Universität Graz abgeschlossen, sich in seiner Ausbildung auch mit den Klammernaht Instrumenten vertraut gemacht und ist nun als Arzt in der Klinik Angermühle tätig. Mit vereinten Kräften konnten die Transporteinheiten vorbereitet werden, demnächst werden die Pakete auf die Reise gehen!