Oby’s Opinion

Betonflut

Bei Flut sucht man händeringend nach dem Fels in der Brandung. Aber auf Dauer ist das genau das falsche Rezept, denn das weiche Wasser bricht den Stein oder es sucht sich einen anderen Weg.
Als kürzlich die kleine Ilz den großen Inn und die Donau mit einer Flut an Wassermenge fast übertraf,
waren die Rufer nach mehr Beton und einer Mauer wieder schnell zur Stelle.
Das ist schon wie ein Reflex. Kaum taucht ein Problem aus den Fluten auf, schon wird nach einer Betonlösung verlangt. Das verhält sich mit der Verkehrsflut auch nicht viel anders. Um die Autoflut in den Städten und in den Gemeinden einzudämmen, wird immer wieder auf mehr Beton sprich Straßen, gesetzt. Dass mit der Betonierung der Landschaft die Massen, seien es Wasser- oder auch Verkehrsmassen nur noch schneller und noch heftiger bei uns ankommen, wird zugunsten von kurzatmigen „Mauer-Lösungen“ einfach übersehen.
Genauso wenig wie man der Flüchtlingsflut mit Mauern und Beton Herr werden wird (Trump wird genauso scheitern wie Honecker), genauso wenig wird man die Verkehrs- und Wassermassen mit Mauern oder noch mehr Straßen eindämmen.
Es kann nur gelingen, die Fluten zu verringern, wenn man sich mit der Ursache, dem Ungleichgewicht zwischen dem menschlichen Wirtschaften und der Natur, beschäftigt. Eine der wesentlichen Folgen dieses auf reinem Profitstreben basierenden Wirtschaftens ist der Klimawandel. Um wieder mit der Natur in Einklang zu kommen braucht es aber offensichtlich noch viele und gesamtgesellschaftliche „Fridays for Future!“
Wir sollten auf unsere Kinder hören!